
Wer hat sich heuer den Friedensnobelpreis verdient? Etwa ein selbsternannter, aber grandios gescheiterter Friedensstifter wie US-Präsident Donald Trump? Wohl kaum. Trump ging auch 2025 leer aus, trotz seines Gaza-Friedensplans, der aber ohnehin nicht mit Leben erfüllt wurde.
Die große Zahl an 287 Nominierten machte es dem Nobelkomitee wieder nicht leicht, eine echte Überraschung war also durchaus möglich. Nach der Bekanntgabe des Preisträgers am heutigen Freitag erfolgt die eigentliche Preisverleihung traditionellerweise am 10. Dezember. Am Todestag des Stifters Alfred Nobel reisen die Gewinner nach Oslo, um dort bei einem feierlichen Festakt im Rathaus die eigentliche Medaille, die Urkunde und das Preisgeld – umgerechnet eine Million Euro – überreicht zu bekommen.
Keine Favoriten
Klare Favoriten gab es im Vorfeld der diesjährigen Bekanntgabe nicht. Das fünfköpfige Komitee hatte die Wahl aus 208 Einzelpersonen und 79 Organisationen. Im Vorjahr entschied sich das Komitee für die Politikerin Maria Corina Machado, Anführerin der Demokratiebewegung in Venezuela. Die venezolanische Oppositionsführerin galt als entschiedene Widersacherin des autoritären Präsidenten Nicolás Maduro, der in der Zwischenzeit in einem US-Gefängnis sitzt und angeklagt wird.
Trump kam nur indirekt zum Zug. Mitte Jänner überreichte Machado Trump in Washington ihre Nobelpreis-Medaille.
Um 11 Uhr war es soweit, das Rätselraten hatte ein Ende. In diesem Jahr fällt die Entscheidung auf Navanethem Pillay (85). Sie ist eine indischstämmige. südafrikanische Juristin. Von 2003 bis 2008 war sie Richterin am am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag. 2008 bis 2014 amtierte sie als Hohe Kommissarin der Vereinten Nationen für menschenrechte. Derzeit ist sie Richterin am Internationalen Gerichtshof in der Rechtssache Gambia gegen Myanmar.
Unter den Preisträgern finden sich berühmte Persönlichkeiten wie
Bertha von Suttner (1905),
Albert Schweitzer (1952),
Martin Luther King Jr. (1964),
Willy Brandt (1971),
Mutter Teresa (1979),
Michail Gorbatschow (1990),
Nelson Mandela (1993),
Barack Obama (2009)
oder die pakistanische Aktivistin Malala Yousafzai, die im Jahr 2014 im Alter von siebzehn Jahren für ihren Kampf für das Recht aller Kinder auf Bildung ausgezeichnet wurde.
Zwei Mal in der 125-jährigen Geschichte des Preises ging die Auszeichnung nach Österreich. Einmal im Fall der Pazifistin Bertha von Suttner, der ersten Frau, der der Friedensnobelpreis überhaupt verliehen wurde. Sechs Jahre später bekam den Preis Alfred Hermann Fried, ein Wiener Pazifist, Publizist („Die Waffen nieder!“) und Mitbegründer der Deutschen Friedensgesellschaft.
Source:: Kurier.at – Politik



