PV-Fördertopf: In 60 Sekunden wurden 19.600 Tickets gezogen

Politik

Nicht einmal eine Minute hat es gedauert, bis beim letzten Photovoltaik-Fördercall des Jahres fast 20.000 Tickets gezogen waren. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums wurden am Donnerstagabend binnen 60 Sekunden rund 19.600 Tickets registriert, nach fünf Minuten waren es bereits 40.800, nach zehn Minuten rund 43.300.

Wichtig dabei: Ein Ticket ist noch kein Förderantrag und schon gar keine Förderzusage. Die Ticketziehung dient im bisherigen System vor allem dazu, die Reihenfolge festzulegen. Erst danach muss der eigentliche Förderantrag vollständig eingereicht werden. Ob dieser förderfähig ist und ob dafür noch genügend Geld vorhanden ist, wird erst anschließend geprüft.

First Come-Prinzip in der Kritik

Genau dieses System hatte in den vergangenen Calls für Kritik gesorgt. Bei kleinen PV-Anlagen entscheidet im Wesentlichen, wer sein Ticket zuerst zieht. Sind die verfügbaren Fördermittel ausgeschöpft, gehen später gereihte Projekte leer aus – auch wenn sie grundsätzlich förderfähig wären.

Beim zweiten Fördercall im Juni wurden 27.925 Anträge mit einem beantragten Fördervolumen von rund 120 Millionen Euro gestellt. Zur Verfügung standen rund 20 Millionen Euro. Gefördert werden konnten letztlich 2.991 Projekte – knapp elf Prozent.

Beim nun laufenden dritten Call ist die Ticketziehung bereits erfolgt. Seit Freitag können Förderwerber ihre eigentlichen Anträge im EAG-Portal einreichen. Der Call läuft noch bis 22. Oktober. Erst danach lässt sich sagen, wie viele der rund 43.300 Tickets tatsächlich zu vollständigen Anträgen und schließlich zu Förderzusagen führen.

Für den dritten und letzten Fördercall stehen den 43.300 Förderwerbern  38,5 Millionen Euro zur Verfügung. Ursprünglich waren lediglich acht Millionen vorgesehen, der Topf wurde aber mit frei gewordenen Mitteln aus früheren Calls aufgestockt.

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Energie-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner sieht den neuerlichen Andrang als Bestätigung für den geplanten Systemwechsel. „Wir müssen weg vom Wettlauf um Sekunden und hin zu einer Förderung, mit der Menschen und Betriebe planen können“, erklärte sie.

Aber 2027 alles neu

Ab 2027 soll das Verfahren grundlegend anders funktionieren – vorausgesetzt, die notwendige Gesetzesänderung wird beschlossen. Statt einzelner Fördercalls soll eine laufende Antragstellung nach Fertigstellung des Projekts und Vorlage der Schlussrechnung möglich werden.

Auch der Schwerpunkt der Förderung soll sich ändern. Die klassische PV-Investitionsförderung soll durch einen Speichersystembonus ersetzt werden. Im Mittelpunkt sollen neue Batteriespeicher und die Nachrüstung bereits bestehender PV-Anlagen stehen. Voraussetzung ist ein intelligentes Energiemanagement, das Speicherung und Stromverbrauch stärker auf die Bedürfnisse des Stromsystems abstimmt.

Fix ist das neue Modell noch nicht, offen sind unter anderem noch die Höhe der Förderung, das verfügbare Budget und die genauen technischen Voraussetzungen. Zudem braucht die erforderliche Gesetzesnovelle eine Zweidrittelmehrheit im Parlament.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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