Festspielatmosphäre – auch im Salzburger Messezentrum?

Kultur

Vom Herbst 2028 bis zum Frühjahr 2031 wird das Große Festspielhaus grundlegend renoviert. Und so brauchen die Salzburger Festspiele für die Sommer 2029 und 2030 eine Ersatzspielstätte. Natürlich wäre eine temporäre Halle nahe der Altstadt reizvoll gewesen, sie wäre auch allen, die sich unterm Jahr im Festspielhaus einmieten, zur Verfügung gestanden, etwa den Osterfestspielen oder für das populäre Adventsingen.

Und nach Ende der Sanierungsarbeiten hätte die Halle weiterverkauft werden können. Der Bedarf an Ersatzspielstätten ist in Europa groß, die Kosten wären also überschaubar geblieben. Doch die Politik hat anders – und sehr pragmatisch – entschieden: Die Festspiele werden die Salzburgarena, die etwa 1.900 Sitzplätze bietet, und die Messehalle 10 nutzen. Die Gründe liegen auf der Hand: Das Messezentrum befindet sich zu knapp 80 Prozent im Eigentum von Stadt und Land, es braucht keine komplizierte Finanzierung über Jahre.

Das Gelände gleich neben Autobahn ist allerdings nicht attraktiv. Die Festspiele haben trotzdem ihr Okay gegeben: „Wir können mit der Lösung gut leben“, so Finanzchef Lukas Crepaz. Denn Landeshauptfrau Karoline Edtstadler (ÖVP) und Bürgermeister Bernhard Auinger (SPÖ) akzeptierten das vorgelegte Konzept, das so etwas wie Festspielatmosphäre ermöglichen soll. Was genau geplant ist, will man erst in zwei Jahren präsentieren. Denn man will das Festspielpublikum nicht verwirren.

Mit der Entscheidung erklärte sich auch Peter de Caluwe, Intendant ab dem Herbst 2027, einverstanden. Er will die Oper auf die anderen Spielstätten im Festspielbezirk konzentrieren (die Felsenreitschule und das Haus für Mozart werden bereits jetzt für eine noch intensivere Nutzung fit gemacht), um die Verbindung zur Festspiel-DNA und zum Publikum zu bewahren. „Gleichzeitig bietet uns das Messegelände nicht nur die dringend benötigten Kapazitäten für Konzerte, sondern auch die Chance, mit besonderen Projekten neue Generationen und ein breiteres Publikum zu erreichen.“ Er spricht von einem „Festspielcampus als Ort künstlerischer Qualität und Begegnung“. Auch Interimsintendantin Karin Bergmann, die ihr Programm 2027 am 2. Dezember präsentiert, sieht die Lösung positiv: „Es wurde unter dem Primat der Kunst entschieden.“

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Der Start zur Realisierung des „Jahrhundertprojekts Festspielbezirk 2030“ ist bereits erfolgt: Anfang Oktober haben im Mönchsberg die umfänglichen Fräsarbeiten begonnen. Es entsteht eine unterirdische Verbindung zwischen den Festspielhäusern – und das „Haus im Berg“ mit Montagehalle, Probesälen, Einspielräumen und Haustechnik. Im Jänner startet der Umzug in die interimistischen Werk- und Produktionsstätten für die 250 Mitarbeiter. Finanzchef Crepaz hat daher alle Hände voll zu tun. Da sein Vertrag Ende März ausläuft, wurde der Job ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet am 24. November. Zuletzt hieß es, dass der schlaue Kopf nicht weitermachen wolle. Denn die Vertragsverlängerung von Präsidentin Kristina Hammer hatte einen schalen Beigeschmack: Eine naheliegende Gegenkandidatin sei übergangen worden.

Andererseits ist Crepaz äußerst loyal gegenüber den Festspielen. „Ich werde zu gegebener Zeit entscheiden, ob ich mich für eine Verlängerung bewerbe“, sagt er. Ihr Tratschpartner hat das Gefühl, es braucht bloß ein vertrauensbildendes Signal seitens der Politik …

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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