
Stell dir vor, du bist Mitte 30 und willst immer noch keine Kinder. Stell dir vor, du schreibst an einem Buch und es macht dir Spaß.
Life is good für Tanja Arnheim. Tanja ist eine gefeierte Zeitgeistautorin in Berlin und typische Vertreterin einer Generation, die man landläufig Millennials nennt. Tanja ist auch eine der beiden Hauptfiguren in Leif Randts Beziehungsroman „Allegro Pastell“ von 2020 – gefeiert als Generationenporträt und umgehend in Kultstatus gehoben.
In Anna Rollers stimmungsvoller Bestsellerverfilmung trifft Tanja bei einer Lesung auf Jerome Daimler, der sich von ihr sein Buch signieren lässt, ohne es überhaupt gelesen zu haben. Die beiden verbringen eine gemeinsame Nacht und schlittern in eine Fernbeziehung zwischen Frankfurt und Berlin. Die Phasen der Trennungen werden durch lange E-Mails überbrückt.
Klassische Pärchen suchen das Drama, heißt es einmal; das wollen Tanja und Jerome unbedingt vermeiden und probieren das Abenteuer des Seitensprungs ebenso aus wie polyamouröse Beziehungsformen. In melancholischen Kommentaren aus dem Off fühlen sie dabei permanent den Puls ihrer eigenen Befindlichkeiten.
Die Französin Sylvaine Faligant ist eine hypnotische Tanja, während Jannis Niewöhner als Jerome überzeugend seine Unentschiedenheit verkörpert. In hingetupften Szenen entwirft Anna Roller das urbane Milieu kreativer hipper Menschen, die zwischen Karriere und Familiengründung ihren Weg suchen und sich auch im Alter von Mitte dreißig auf Partys und in Clubs ihrer Jugendlichkeit versichern.
INFO: D 2026. 100 Min. Von Anna Roller. Mit Sylvaine Faligant, Jannis Niewöhner.
Source:: Kurier.at – Kultur



