Verspätete Seeschlachtplatte mit tanzenden Drachen

Kultur

Nach acht Staffeln ging „Game of Thrones“ 2019 ins Finale. Die Serie nach den Büchern von George R. R. Martin hatte neue Streaming-Maßstäbe im Fantasy-Genre gesetzt. Nur ein Jahr später wurde die Prequel-Serie „House of the Dragon“ in Auftrag gegeben. Als sie am 21. August 2022 startete, sahen an diesem Tag mehr als zehn Millionen Menschen zu. Die Serie reichte zwar nicht an den Kultstatus von „GoT“ heran, enttäuschte anfangs aber keineswegs.

Diesen Sonntag feiert die dritte Staffel in den USA Premiere – und die Erwartungen sind groß. Die Serie erzählt von einem brutalen Bürgerkrieg der Targaryens, in dem rivalisierende Zweige der Drachenreiterfamilie von Westeros einander abschlachten. Es geht um den bereits aus „GoT“ bekannten Eisernen Thron.

Auf der einen Seite steht Königin Rhaenyra Targaryen (Emma D’Arcy). Sie war von ihrem Vater als Thronfolgerin vorgesehen, musste allerdings in der vergangenen Staffel im Exil auf Burg Drachenstein regieren. Auf der anderen Seite stehen die Truppen von König Aegon II. (Tom Glynn-Carney), der sich im Recht sieht, aber von seinem jüngeren Bruder Aemond „Einauge“ Targaryen (Ewan Mitchell) verraten und beinahe durch Drachenfeuer getötet worden war.

Fan-Frust

Am Ende der zweiten Staffel war bei vielen Fans der Ärger groß. Die Staffel war auf Wunsch des Studios auf acht Folgen gekürzt worden, weshalb sie mit einem Cliffhanger endete und nicht mit einem dramatischen Schlusspunkt. So steuerte die Handlung zwar auf den „Tanz der Drachen“ – so nannte Autor Martin den Bürgerkrieg – zu, aber von einem epischen Kriegsausbruch war noch nichts zu bemerken. Viele kritisierten ein bloßes Vorgeplänkel. Showrunner Ryan Condal und seine Drehbuchautoren walzten etwa die Halluzinationen von Daemon Targaryen (Matt Smith) in die Länge, Fans vermissten Drachenkämpfe und handfeste Konflikte zwischen den Schwarzen und den Grünen.

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Staffel 3 setzt nun dort an, wo die zweite Staffel endete: Rhaenyra hat gerade ihr Treffen mit Alicent Hightower (Olivia Cooke) beendet, bei dem vereinbart wurde, dass sie Königsmund und den Eisernen Thron einnehmen wird. Indes segelt eine Piratenflotte der Freien Städte los, um Corlys Velaryons (Steve Toussaint) Blockade der Stadt zu durchbrechen, und in den Flusslanden sind Armeen in Bewegung.

Die ersten beiden Folgen können kaum verbergen, dass sie ursprünglich ein großes Staffelfinale darstellen sollten. Positiv gewendet kann man sagen: Man hat es jetzt mit einem besonders explosiven Staffelauftakt zu tun. Besonders spektakulär ist die Seeschlacht an der Meerenge Gurgel, bei der mit aufwendigen Bauten und atemberaubenden CGI-Effekten gearbeitet wurde. Die Klingen werden gekreuzt, das Blut spritzt, Schiffe krachen ineinander, dazwischen fliegen die titelgebenden Drachen hin und her. Die teils von ihnen ausgelösten Feuersbrünste tauchen alles in eine apokalyptisch anmutende, bernsteinfarbene Lichtstimmung. Für Kontraste sorgen weiterhin intensive Dialoge im Halbdunkel.

Der Staffelauftakt ist vielversprechend. Zu sehen ist dies ab Montag auf HBO Max – und auf Sky, weil auch nach dem Ende der Kooperation die vorher begonnenen Serien dort weiter laufen dürfen.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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