
Von Silvia Kargl
Und wieder ist ImPulsTanz ein Coup zur Eröffnung im Volkstheater gelungen: hier dreht sich alles um die Kunst.
Das Eröffnungsstück „My Fierce Ignorant Step“ von Christos Papadopoulos überzeugt als Statement für die Kraft des zeitgenössischen Tanzes und begeistert durch eine dynamische Choreografie in einem innovativen Format. Und doch spiegelt das Stück die Gegenwart wider, auch wenn die vielen Katastrophen, Klimakrise und Kriege eine Stunde lang ausgeblendet bleiben.
Aufbruchstimmung
Der 1982 geborene Papadopoulos erinnert sich an die Aufbruchstimmung, die seine Jugend durchzog, und sieht im Wir-Gefühl der Gesellschaft einen Akt des Widerstands. Inspiration war das Oratorium „Axion Esti“ von Mikis Theodorakis zur gleichnamigen Dichtung von Odysseas Elytis, eine Darstellung der griechischen Geschichte in Abfolge nach der griechischen Liturgie.
Im Aufbau der Choreografie erinnert „My Fierce Ignorant Step“ auch an Ravels „Boléro“. Vom Rhythmus der Originalmusik von Kornilios Selamsis getragen, wirken die zehn Tänzerinnen und Tänzern wie Musikinstrumente in einer sich stetig steigernden, klar strukturierten Klangwelt.
Es wird getanzt, gestampft, gesprungen, die Blicke richten sich direkt ans Publikum. Das choreografische Muster wiederholt sich analog zur Musik und wird ständig um weitere Bewegungssequenzen ergänzt.
Ausbrechen
Wenn Einzelne aus der Gemeinschaft durch kleine Abweichungen ausbrechen, werden sie von den anderen sofort zurückgeführt. Die Tänzerinnen und Tänzer wachsen zu einem Chor zusammen, für den das Theater der griechischen Antike Modell sein könnte. Sie atmen, summen, ihre Körper mitsamt den Stimmen bewegen den zur Hinterbühne geöffneten leeren Raum, der sich mittels stimmungsvoller Lichteffekte verändert. Das Publikum war begeistert über diesen Start in Europas größtes Tanzfestival.
Source:: Kurier.at – Kultur



