Letzter Stiftungsrat vor der ORF-Wahl: Beginnt die heiße Phase?

Kultur

Die Fraktionen im Stiftungsrat schlagen für letzte inhaltliche Pfosten ein und stellen Forderungen an den Generaldirektor.

Am Donnerstag findet die letzte Stiftungsratsitzung vor der ORF-Generaldirektorenwahl am 10. August statt. Dabei wird das Prozedere bis zur Wahl fixiert. Die Räte werden die Sitzung allerdings auch nutzen, um dem bisher einzigen Kandidaten für die Wahl und zugleich derzeitigem Generaldirektor Alexander Wrabetz ihre Anliegen näherzubringen. Die Vorbereitung des multimedialen Newsrooms ist dabei dem Leiter des bürgerlichen „Freundeskreises“, Thomas Zach, besonders wichtig.

Türkise Mehrheit

Mit 16 direkt der ÖVP zuordenbaren und zwei bis drei weiteren den Bürgerlichen nahestehenden unabhängigen Stiftungsräten existiert derzeit eine türkise Mehrheit im obersten ORF-Aufsichtsgremium des ORF. Diese könnte über die Bestellung des nächsten Generaldirektors im Alleingang entscheiden. Die Bedenken und Anliegen des ÖVP-„Freundeskreises“ dürften somit für die künftigen Bewerber um den obersten Posten im größten Medienunternehmen des Landes nicht unwesentlich sein.

Nicht ausreichend vorbereitet?

Der Leiter des türkisen „Freundeskreises“ sieht etwa den Status der Vorbereitungen für den multimedialen Newsroom am Küniglberg „ganz klar“ als Thema der Woche. „Viele Kollegen aus dem Stiftungsrat, aber auch Redakteursvertreter haben große Sorge, dass wir nicht ausreichend vorbereitet sind und die Einbindung der Mitarbeiter nicht in einem angemessenem Umfang erfolgt“, sagte Zach der APA. Es wirke so, als würden viele das Projekt noch immer als „Umzugsprojekt“ sehen. Tatsächlich handle es sich aber um die „größte Veränderung des ORF in Jahrzehnten“, meinte er.

Zusammenführung aller Mediengattungen

Bekanntlich werden TV, Radio und Online schrittweise ab 2022 zusammengeführt. Die neue Situation für Hunderte Mitarbeiter müsse „von Anfang an bestmöglich funktionieren“, meinte Zach und pochte erneut auf die Prinzipien Binnenpluralismus und Vielfalt. Überlegungen für einen zentralen Chefredakteur habe man bereits einen Riegel vorgeschoben. Doch es gehe auch um die Arbeitsweise und wie Abläufe organisiert werden. Erst daraus ergebe sich dann eine passende Führungsstruktur, wobei die Vorgabe des Stiftungsrats klar auf ein Team abziele, so Zach. Er möchte ein Gesamtkonzept präsentiert bekommen, in dem alle aufgekommenen Sorgen beantwortet werden.

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Sehr bedeutsam für den ORF sei zudem der geplante ORF-Player, der mangels gesetzlicher Rahmenbedingungen „leider noch nicht all das machen kann, was wir wollen“, sagte Zach. Über all das, was bereits passieren kann, werde man aber regelmäßig informiert.

Ökonomisches Fundament

SPÖ-Stiftungsrat Heinz Lederer will ausloten, wo Wrabetz‘ Schwerpunkte liegen. Von Interesse sei für seinen „Freundeskreis“ etwa, auf welchem ökonomischen Fundament der ORF in den kommenden Jahren steht. Klar sei, dass es kein „weiteres Sparen um des Sparens willen“ geben könne. Man sei gut durch die Coronakrise gekommen, habe aber Ausfälle im Gebührenzahlerbereich verzeichnet, so der Leiter des roten „Freundeskreises“ zur APA. Lederer erwartet sich, dass Gespräche mit der Regierung über deren Refundierung geführt werden.

Regionalisierung gefordert

Zudem fordert er eine verstärkte Regionalisierung digitalen Contents. Derzeit habe man zu wenige Kräfte für die Entwicklung digitaler Inhalte in den Landesstudios. „Hier warten wir auf gute Antworten und Analysen des Generaldirektors.“ Kandidaten für die ORF-Wahl im August sollten laut Lederer klarstellen, dass ihnen ein ausgeglichenes Geschlechterverhältnis auch bezüglich der zu besetzenden Direktorenposten ein Anliegen ist. Es gebe genug „tolle, inhaltlich engagierte Frauen“.

Geschlechter sollen ausgewogen vertreten sein

Ein ausgewogenes Geschlechterverhältnis in Führungspositionen erachtet auch Lothar Lockl, der für …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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