Studie: ESC-Songschreiber fühlen sich oft übersehen

Kultur

„Zero dot zero zero three“, sangen Österreichs ESC-Starterinnen Teya & Salena in ihrem 2023er-Song „Who The Hell Is Edgar“. Gemeint waren damit die extrem niedrigen Beträge, die Streaminganbieter an Künstlerinnen und Künstler pro Abruf abliefern. Geht es nach einer am Freitag im Wiener „Eurofan House“ vorgestellten britischen Studie, befürchten Songautoren, die es zum größten Musikwettbewerb der Welt geschafft haben, weiter zurückgedrängt zu werden.

Teya & Salena sangen sich in Personalunion als Interpretinnen und Songschreiberinnen bei ihrem Auftritt einen Gutteil des Frustes ein Stück weit vom Leib, den der heutige Musikmarkt mit sich bringt. Wie es Autorinnen und Autoren geht, die es mit ihren Ideen zu ESC-Ehren gebracht haben, hat ein Forschungsteam von der University of Leeds und der Middlesex University London (beide Großbritannien) anhand von internationalen Datenanalysen und in Form von weiterführenden Interviews im Rahmen des „Eurosongwriters‘ Survey“ erhoben. 

Die österreichische Musikverwertungsgesellschaft AKM gab u.a. den Ergebnissen der Studie unter dem Titel „Songwriting & Innovation“ nun eine Bühne in einer der dieser Tage zentralen ESC-Locations im Wien Museum.

Große Chance mit aber…

Demnach ist der Song Contest natürlich eine große Chance für Songwriterinnen und Songwriter, um die Karriere anzuschieben, Netzwerke aufzubauen, Verdienstmöglichkeiten zu erweitern und zu internationaler Sichtbarkeit zu kommen. Auf der anderen Seite sehen Autoren, die nicht auf der Bühne stehen, ihre Rolle im Rahmen des ESC zunehmend zurückgedrängt, heißt es in einer Aussendung der University of Leeds zu der Studie. Je größer sich die Show dimensioniert, desto weniger Sichtbarkeit biete sie Akteuren abseits der Acts selbst. Gab es etwa früher auch eine Trophäe für die Autoren, bekomme man jetzt nur noch eine Mini-Version davon per Post zugeschickt.

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Von der Rundfunkunion EBU – ihres Zeichens für den ESC verantwortlich – fühlten sich 60 Prozent nicht wahrgenommen. Auch von den Fans empfanden sich 55 Prozent der Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer als kaum wertgeschätzt bzw. gesehen. Von anderen Songschreibenden gab es immerhin für vier Fünftel Anerkennung, bei den die Acts entsendenden Rundfunkanstalten sahen sich hingegen nur zwei Fünftel gut angeschrieben, heißt es in der Uni-Aussendung zum Stand der Untersuchung im Vorjahr.

Betroffene wollen mehr Unterstützung und Vernetzung

Viele berichteten darüber, dass sie zum Beispiel für ihre Reisen zum Event selbst aufkommen mussten. Einige sprachen demnach auch von unklaren Kriterien dafür, wie die nationalen Auswahlen für Songs vonstattengehen. Die Songwriter wünschen sich laut den Initiatoren der Wiener Veranstaltung alles in allem verlässlichere Unterstützung für Autorinnen und Autoren, die vor Ort am ESC teilnehmen, „eine stärkere Sichtbarkeit auf offiziellen Eurovision-Plattformen sowie die Schaffung gezielter Networking-Möglichkeiten“, heißt es in der Presseaussendung der AKM.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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