Zwei Paare zerfleischen sich beim Dinner: „The Invite“

Kultur

Von Gabriele Flossmann

Die Besetzung liest sich schon wie ein Erfolgsgarant: Olivia Wilde und Seth Rogen sind Angela und Joe, deren Ehe am sprichwörtlich seidenen Faden hängt. Und das Paar, das zum Dinner kommt, besteht aus Piña und Hawk, gespielt von Penélope Cruz und Edward Norton.

Olivia Wilde hat bei diesem Remake des spanischen Films „The People Upstairs“ (2020) auch Regie geführt. Schon vor dem Dinner wird klar, warum es in der Ehe der Gastgeber kriselt. Joe war einst ein vielversprechender Rockmusiker, dessen Karriere nach einem großen Hit abrupt endete. Nun unterrichtet er an einem Konservatorium, und das Gefühl des Versagens zerfrisst ihn innerlich. Angela ist „nur“ Hausfrau. Von ihrem Kunsthochschulabschluss hat sie kaum profitiert, abgesehen von der Renovierung und Neugestaltung der Wohnung – ihrem einzigen kreativen Ventil.

Piña und Hawk wirken im Vergleich wie ein Vorzeigepaar. Norton verwischt – nicht zum ersten Mal – gekonnt die Grenzen zwischen Charme und Schmierigkeit. Piña ist Psychotherapeutin und Sexualwissenschaftlerin. Sie wirkt zunächst wie die Karikatur einer temperamentvollen europäischen Verführerin, doch Penélope Cruz ist zu vielschichtig, um sich auf dieses Klischee reduzieren zu lassen. Schon bevor die Gäste eintreffen, werden die Messer gezückt. Joe will die Nachbarn wegen ihrer sehr lauten Sexpraktiken zur Rede stellen, die ihn und Angela schon zu unmöglichen Zeiten aus dem Schlaf gerissen haben.

Aus anfänglichem Smalltalk entwickelt sich ein emotionales Kammerspiel voller Provokationen, Eifersucht und peinlicher Wahrheiten. Der Film steht damit vor der schwierigen Aufgabe, eine Geschichte zu erzählen, die das Publikum die Spannung und die Hitze eines Ehestreits spüren lässt, ohne es aus dem Kinosaal zu treiben.

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Anfangs werden Joes und Angelas Streitereien von allzu nervigen Celloklängen begleitet. Und Wilde nutzt die vielen Spiegel der Wohnung etwas zu gern, um die Figuren visuell zu isolieren und zu demonstrieren, wie zerrüttet ihre Beziehung geworden ist. Der mitreißend gespielte Film fügt sich ins Genre der Filme über streitende Paare, ohne allerdings an die Qualität von Mike Nichols’ bissiger Verfilmung des Edward-Albee-Klassikers „Wer hat Angst vor Virginia Woolf“ (1966) mit Liz Taylor und Richard Burton heranzukommen. Aber er ist deutlich besser als Roman Polanskis „Carnage“ (2011), basierend auf Yasmina Rezas Theaterstück „Der Gott des Gemetzels“.

INFO: USA 2026. 108 Min. Von und mit Olivia Wilde. Mit Seth Rogen, Penélope Cruz, Edward Norton.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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