
Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht zum Montag militärische Ziele im Iran angegriffen und sich damit über Warnungen von US-Präsident Donald Trump hinweggesetzt.
Die Angriffe richteten sich nach israelischen Militärangaben gegen Ziele im Westen und Zentrum des Landes und erfolgen wenige Stunden, nachdem der Iran als Vergeltung für einen Angriff auf die südlichen Vororte von Beirut erstmals seit zwei Monate wieder zahlreiche Raketen auf israelische Ziele abgefeuert hat. Laut israelischem Militär wurde der Angriff abgewehrt. Daraufhin wurden Gegenschläge angekündigt, die Trump an sich verhindern wollte.
Laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr waren auch in der iranischen Hauptstadt Teheran Explosionen zu hören. Auch nahe der Stadt Karadsch, etwa 40 Kilometer außerhalb von Teheran, gab es Insidern zufolge eine Detonation, berichtete die Nachrichtenagentur Nournews.
Trump: „Ich habe das Sagen“
Zuvor hatte Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu davor gewarnt, die laufenden Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran durch weitere Militärschläge zu gefährden. „Ich habe das Sagen. Ich habe absolut das Sagen. Er hat nicht das Sagen“, sagte Trump der Zeitung Financial Times. Netanjahu werde keine andere Wahl haben, als ein künftiges Abkommen zu akzeptieren.
Trump hatte Netanjahu in einem Telefonat am Sonntag aufgefordert, von weiteren Schlägen abzusehen, da man kurz vor einem guten Abkommen stehe, berichtete das Nachrichtenportal Axios unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter. Der US-Präsident betonte, die jüngste Eskalation werde keine Auswirkungen auf die Verhandlungen haben.
Angriff des Iran
Zuvor schlugen nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 Raketentrümmer im Norden Israels ein, unter anderem nahe der Stadt Tiberias. Eine 79-Jährige habe Verletzungen am Kopf erlitten, als sie in einen Schutzraum eilte. Unterricht in allen Schulen Israels wurde laut dem Zivilschutz für Montag abgesagt. Der internationale Flughafen bei Tel Aviv blieb nach Medienberichten zunächst geöffnet. Die Grenzübergänge in den Gazastreifen wurden geschlossen.
Verstöße gegen Waffenruhe
Irans zentrales Militärkommando bestätigte die Raketenangriffe. In einer vom staatlichen Rundfunk verbreiteten Erklärung begründeten die iranischen Streitkräfte die Attacke mit „wiederholten Verstößen“ der israelischen Armee gegen die Waffenruhe im Libanon. Teheran hatte Israel bereits mit Angriffen gedroht und will damit die schiitische Hisbollah-Miliz im Libanon unterstützen.
Als Reaktion auf die Eskalation sperrte der Iran bis auf weiteres seinen Luftraum im Landeswesten. Der Irak und Syrien sperrten ihren gesamten Luftraum vorübergehend. Berichte, dass auch die Golfstaaten ihren Luftraum geschlossen hätten, bestätigten sich zunächst nicht. Die iranische Rothalbmondgesellschaft versetzte ihre Mitarbeiter aus Sorge vor israelischen Gegenangriffen in Alarmbereitschaft.
Raketen in Jordaniens Luftraum
Bei den neuesten Angriffen des Irans auf Israel sind einige der Raketen in Jordaniens Luftraum eingedrungen. Das teilte ein Sprecher der jordanischen Regierung mit. Mehrere Raketen hätten Jordaniens Luftraum bei der „erneuten Eskalation“ verletzt.
Teheran hatte vor Angriffen Israels auf Beiruter Vororte gewarnt
Konkret reagierte der Iran mit den Raketenangriffen auf neue Angriffe Israels in Vororten der libanesischen Hauptstadt Beirut am Sonntag trotz einer von US-Präsident Trump verkündeten Waffenruhe. Die Armee habe in Beirut „Terroristen-Hauptquartiere“ als Reaktion auf vorherigen Beschuss Israels durch die Hisbollah angegriffen, teilten Ministerpräsident Benjamin Netanyahu und Verteidigungsminister Israel Katz mit.
Die Hisbollah ist der wichtigste nichtstaatliche Verbündete des Irans. Teheran hatte zuvor gewarnt, dass weitere israelische Angriffe auf den Großraum Beirut als neuer Eskalationsschritt in der regionalen …read more
Source:: Kurier.at – Politik



