
Die Universitätenkonferenz, kurz uniko, hat am Montag der Bundesregierung massiv widersprochen. Nachdem Vizekanzler Andreas Babler (SPÖ) am Samstagabend erklärt hat, dass das Universitätsbudget mit der in der Koalition paktierten Gesamtsumme von 16 Milliarden Euro (2028-2030) gesichert bzw. konstant sei, widersprachen uniko-Präsidentin Brigitte Hütter und andere nun vehement.
„Wir müssen die Dinge gerade rücken: Es handelt sich nicht um ein konstantes Budget“, sagte Hütter. Die 16 Milliarden Euro seien eine „reale und massive Reduktion“. Während man derzeit 16,2 Milliarden Euro Budget habe, müsse man künftig nicht nur mit absolut weniger Geld auskommen, sondern zusätzlich Positionen wie die digitale Universität in Linz und die Ärztegehälter aus dem Global-Budget finanzieren.
Hütter sprach von „Rechenfehlern“ im Wissenschaftsministerium. „Die Bemessungsgrundlage wurde verändert.“ Der Zweck sei offenkundig der, die Budgets kleinzurechnen, „damit die Kürzungen möglichst klein aussehen.“ Aus Sicht der uniko wird versucht, „etwas Schlechtes“ (das fortan geringere Budget, Anm.) nun „gut dastehen zu lassen“.
Für die Universitäten sind die Konsequenzen massiv: „Wir sind gezwungen, zehn Prozent in Lehre, Forschung und Verwaltung abzubauen.“ Nicht weniger als 6.800 Stellen müssten abgebaut werden. Und: „Studiengänge werden geschlossen, Gebäude nicht genutzt und Professuren abgesagt.“
Massive Kritik an der Ministerin
Besonders harsch wird Wissenschaftsministerin Eva-Maria Holzleitner kritisiert. Die uniko beklagt, dass man nicht durchgedrungen sei mit sachlichen Argumenten. Hütter spricht von einem Vertrauensverlust und „Populismus“: „Geringe Budgets sollen jetzt großgerechnet werden.“ Es stelle sich eine Frage: „Hat sich die Ministerin nicht eingesetzt – oder hat sie sich nicht durchgesetzt?“
Der Rektor der Universität Wien, Sebastian Schütze, sprach von einem „falschen Signal für kommende Generationen“. Bildungsbudgets seien Wohlstandssicherer.
Man sei als uniko sehr wohl bereit, bei der Sanierung des Bundesbudgets mitzuhelfen. Die am Wochenende präsentierte Gesamtsumme sei aber völlig unverhältnismäßig. Österreichs Hochschullandschaft werde nicht mehr wettbewerbsfähig sein, wenn man derart viel einsparen müsse.
Source:: Kurier.at – Politik



