
Die Welt der Royals ist nicht nur voller Affären und Abgründe, sondern auch mit ungewöhnlichen Love-Storys gesegnet. Bei der Mipcom in Cannes, der weltgrößten Programmmesse für TV und Plattformen, feierte nun „Queen Silvia“ Weltpremiere. Erzählt wird das Kennen- und Liebenlernen der Bürgerlichen Silvia Sommerlath und des schwedischen Kronprinzen Carl Gustaf. „Royals sind kein Programmtrend, sie sind eine Konstante. Man muss bei diesen Familien nichts erfinden, um Spannendes erzählen zu können“, sagt Beta Film-Chef Moritz von Kruedener.
Beim Produktionskonzern von Platin-ROMY-Preisträger Jan Mojto hat man ein Royal Flush an Serien in der Hand. Nach „Sisi“, „Máxima“ und nun „Königin Silvia“ ist für 2027 „Ludwig“ (ARD) angekündigt. Zudem werden eine dritte Staffel von „Máxima“ und ein Spin-off über die niederländische Königsfamilie gedreht. „Wenn die Gegenwart wenig Glanz bietet, „sehnt man sich ein bisschen nach dieser Welt – und nach fast märchenhaften Erzählungen“, meint von Kruedener. Auch ein Grund, warum Beta bis heute „und gut“ die alten Sissi-Filme verkauft.
Verlässliche Partnerschaften zählen nicht nur bei Königsfamilien, sondern auch bei Produktionshäusern. Sat.1 und Prime Video Deutschland initiierten die Serie. Beta Film stieg als Ko-Produzent und Weltvertrieb ein. Durch die Beteiligung von Betas Stockholmer Tochter Unlimited Stories gewann die Geschichte zusätzliches Gewicht und Authentizität. „Königin Silvia“ wurde international besser vermarktbar. „Dadurch konnten wir neben Amazon Nordics nun auch den schwedischen öffentlich-rechtlichen Sender SVT an Bord holen. Das ist eine schöne Nachricht“, sagt von Kruedener.
Das Ergebnis ist mehr als eine Finanzierungsstory, sondern ein Beispiel, wie Serien künftig funktionieren können. Sie sind regional verankert, international aufgeladen und über Sender- und Plattformgrenzen hinweg spielbar. Es zeigt auch: Streamer bleiben für deutschsprachige Produktionen relevant. „Nur die Finanzierung wird immer kleinteiliger“, sagt Produzent Oliver Auspitz (Gamma Film).
Ebenfalls im Cannes-Portfolio von Beta Film und bereits „eine Riesennummer“ ist „Rex – Vienna Calling“. Von Kruedener sagt: „Der neue Wiener ,Rex‘ deckt ein breites Altersspektrum ab und funktioniert international hervorragend. Er ist bis nach Australien und Japan, in Skandinavien und quer durch Europa verkauft.“
Derzeit wird Staffel 2 von „Rex“ gedreht. Eine dritte ist in Vorbereitung. „Trotz des Erfolgs in Deutschland, Österreich und jüngst auch in Italien ist das keine Selbstverständlichkeit“, sagt Auspitz. Denn: „Fiction ist die teuerste Gattung.“ Gleichzeitig könnten Serien das Publikum im klassischen TV und auf Plattformen binden. Außerdem ließen sie sich mehrfach verwerten.
Gamma geht in Österreich einen eigenen Weg. Auspitz: „Wir müssen mehr in die Nische gehen, auch wenn wir da nicht so viel erlösen.“ Dazu gehören Experimente mit Influencern, „Talents auf großer Leinwand“, auch neue Themen und Zugänge, sowie Imagefilme.
Sparkurs überall
Aber: „Privatsender wie Sat.1 und Öffentlich-Rechtliche wie der ORF müssen aufs Geld schauen“, sagt der Produzent. „Alle wollen mehr Sendeminuten zu günstigeren Preisen.“ In Österreich ist die Situation mittlerweile dramatisch. „Der ORF ist derzeit der Einzige, der serienmäßig noch relevant (ko-)produziert.“ Die Branche hoffe, dass der Kurs auch unter Clemens Pig fortgesetzt wird. Auspitz kritisiert den aktuellen politischen Kurs: „Bevor man ständig kürzt, sollte man vorher einmal definieren, was der ORF in fünf bis zehn Jahren noch bieten soll.“
Von Kruedener: „Es geht um Planbarkeit, Verlässlichkeit, um Partner, mit denen man auf …read more
Source:: Kurier.at – Kultur



