US-Geheimdienst widerspricht Trump: Großteil von Irans Raketenarsenal noch intakt

Politik

Die Worte, die Pete Hegseth am 8. April bei einer Pressekonferenz in Washington wählte, klangen nach nicht weniger als dem ganz großen Triumph: Nach 40 Tagen Krieg gegen den Iran, so verkündete der US-Verteidigungsminister großspurig, hätten die Vereinigten Staaten einen „historischen und überwältigenden Sieg“ errungen. Die von den USA und Israel gestartete Operation „Epic Fury“ habe das iranische Militär dezimiert und für Jahre kampfunfähig gemacht.

Generalstabschef Dan Caine, der an Hegseths Seite stand, pflichtete ihm bei. Die militärischen Ziele seien erreicht. 80 Prozent der iranischen Luftabwehrsysteme, mehr als 90 Prozent der Marine sowie 90 Prozent der Waffenfabriken seien zerstört.

Abschussrampen und Raketen intakt

Nun, mehr als ein Monat nach Inkrafttreten der Waffenruhe, drängt sich jedoch zunehmend der Eindruck auf, dass die Trump-Administration mit ihrer Einschätzung gründlich danebenlag. Der Iran, so berichtet die New York Times unter Berufung auf US-Geheimdienste, verfüge noch immer über einen Großteil seines Waffenarsenals. Konkret: über etwa 70 Prozent seiner mobilen Abschussrampen sowie 70 Prozent des Raketenbestands, den die Mullahs vor Kriegsbeginn besaßen, darunter ballistische Raketen und Marschflugkörper. Die Washington Post hatte zuvor bereits ähnliche Zahlen genannt. 

Der NYT zufolge soll der Iran inzwischen wieder Zugang zu nahezu allen – 90 Prozent – seiner unterirdischen Raketenlager und Abschusseinrichtungen haben, ganz oder zumindest teilweise. Besonders heikel: Teheran habe auch die Kontrolle über die allermeisten seiner Raketenstellungen an der Straße von Hormus wiederhergestellt. Nur drei der 33 Positionen seien überhaupt nicht zugänglich. 

Das würde bedeuten, dass der Iran – sollte die fragile Waffenruhe zerbrechen und es zu neuen Angriffen kommen – weiterhin über erhebliche militärische Fähigkeiten verfügt. Er könnte etwa Öltanker und US-amerikanische Kriegsschiffe in der strategisch wichtigen Meerenge angreifen. 

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Und das zu einem Zeitpunkt, an dem zunehmend Kritik an dem hohen US-Munitions- und Raketenverbrauch  – und den enormen Kosten des Krieges, die mittlerweile 29. Mrd. US-Dollar erreicht haben sollen – laut wird.  „Es ist schockierend, wie tief wir bereits in unsere Munitionslager greifen mussten“, hatte zuletzt der demokratische Senator Mark Kelly im Sender CBS behauptet. Er soll vom Pentagon über Waffen- und Munitionsbestände informiert worden sein, darunter „Tomahawks“ oder Patriot-Systeme.  

Donald Trump und seine Berater haben wiederholt bestritten, dass die US-Munitionsvorräte ein gefährlich niedriges Niveau erreicht hätten. Der US-Präsident bezeichnete die jüngsten Medienberichte zum Iran als „Verrat“; General Caine erklärte bei einer Anhörung im Kongress am Dienstag, es gebe „derzeit genügend Munition für die Aufgaben, die uns gestellt werden“. Kritiker halten entgegen, dass die Sorge weniger laufende Einsätze betreffe, sondern die Frage, ob die US-Vorräte auch im Falle eines neuen Großkonflikts ausreichen würden. 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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