Experte über Iran-Krieg: „Ist eine sehr gefährliche Situation“

Politik

Am Mittwoch läuft die zweiwöchige Waffenruhe zwischen der USA und dem Iran ab. Die Friedensverhandlungen stocken. Ob der Krieg nach Ablauf der Waffenruhe weitergeht, ist offen. „Das ist eine sehr gefährliche Situation und es kann gut sein, dass der Krieg weitergeht“, sagt Nahost-Experte Daniel Gerlach in der ZiB2. Gleichzeitig betont er, dass die bisherige Phase der Waffenruhe trotz aller Unsicherheiten überraschend stabil verlaufen sei. Dass die ersten Wochen „einigermaßen glimpflich“ verlaufen seien, sei keineswegs selbstverständlich gewesen.

Experte: „Gibt realistische Optionen für Vertrag“

Besonders deutlich wird Gerlach bei seiner Beschreibung der internationalen Dynamik. Er spricht von einer geopolitischen Konstellation, die paradox erscheint: „Ich glaube, wir sind in einer kuriosen Situation.“ Die USA würden verhandeln wollen, um sich die militärische Option offen zu halten, sagte Gerlach. Teheran wiederum gebe sich hart, brauche aber dringend Gespräche. „Es gibt realistische Optionen für einen Vertrag“, erklärte der Experte, rechnet aber mit langen Verhandlungen, nicht mit einer schnellen Einigung.

Unrealistisch sei es, dass Iran gleichzeitig auf Raketen und Atomprogramm verzichte. „Davon gehe ich nicht aus“, sagte Gerlach mit Blick auf das Raketenprogramm. Am ehesten denkbar sei ein Verzicht auf die Urananreicherung bis zur Waffenfähigkeit. Das Atomprogramm sei „die realistischste Karte“, die Teheran auf den Tisch legen könne.

Iran könnte dabei mit einer kleineren oder niedrigerrangigen Delegation auftreten. Das würde zwar brüskieren, sei aber Teil des Kalküls. Aussagen aus Teheran, man habe derzeit keine Pläne mit den USA zu verhandeln, klangen für Gerlach „nicht wie eine kategorische Ablehnung“.

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Doppelter Verzicht des Irans? „Davon gehe ich nicht aus“

Er beschreibt ein fragmentiertes politisches System, in dem unterschiedliche Machtzentren – vom Außenministerium über das Militär bis zu den Revolutionsgarden – miteinander konkurrieren und gleichzeitig kooperieren. Diese innere Spannung könne sogar strategisch genutzt werden, etwa um in Verhandlungen Druck aufzubauen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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