Auch im ÖFB-Team: Warum Fußballer immer größer werden

Sport

Erhält noch ein junger Überraschungsmann anstelle eines Arrivierten ein Flugticket zur WM? Ungeachtet aller Spekulationen, die Ralf Rangnick mit der Bekanntgabe seines 26-Mann-Kaders am Montag beendet, steht fest: Österreich wird mit dem bisher größten Team bei einer WM vertreten sein. Und das nicht nur, was die Anzahl der Betreuer (fast viermal so viele wie 1998 unter Teamchef Herbert Prohaska), sondern auch, was die Körpermaße der Spieler betrifft.

1,77 Meter betrug die Durchschnittsgröße jener Elf, die 1954 in der Schweiz im Spiel um Platz 3 Uruguay 3:1 besiegte und damit Österreich zum bis heute besten WM-Abschneiden verhalf.
1,82 Meter maßen durchschnittlich jene 22 Spieler, die Prohaska 1998 zu Österreichs letztem WM-Auftritt nach Frankreich mitnahm.
1,85 Meter groß sind im Schnitt die 26 Mann, die Rangnick Ende März für die Tests gegen Ghana (5:1) und Südkorea (1:0) um sich versammelte und die auch den WM-Stamm in den USA bilden werden.

Überall, wo’s genug zu essen gibt, wächst die Jugend ihren Eltern über den Kopf. Im Fußball aber gibt es neben der Ernährung taktische Gründe, weshalb der Sportplatz (wenn auch nicht so extrem wie im Basketball) zum Longinus-Treff ’ wird. Speziell als Innenverteidiger werden Riesen bevorzugt. Zumal die Lufthoheit im Strafraum bei Eckbällen immer öfter spielentscheidend ist.

2006 waren die Italiener nicht zuletzt dank ihres 1,76 Meter großen Kapitäns und Abwehrchefs Fabio Cannavaro (der im Jänner als FIFA-Botschafter den WM-Pokal zum Beschnuppern nach Wien brachte) Weltmeister geworden. 20 Jahre später sind Trainern im Abwehrzentrum 20 Zentimeter Größere ungleich lieber. Auch weil konträr zu Barcelonas Hochblüte, in der Pep Guardiolas Spielphilosophie bewundert und kopiert wurde, vielerorts wieder die Manndeckung forciert werde. Das weiß der 73-fache Internationale Sebastian Prödl, der selbst von optimalen Verteidigermaßen profitierte und der jetzt 38-jährig ÖFB-Nachwuchsgesamtchef und Servus-TV-Experte ist.

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Doch wie schön, dass im Fußball immer noch die Kleinsten (siehe in der heimischen Liga LASK-Kapitän Sascha Horvath/1,68 m und Sturm-Regisseur Otar Kiteishvili/1,73 ) die Größten sein können. Den Beweis dafür sollte bloß Lionel Messi (1,69 m) am 22. Juni ausnahmsweise schuldig bleiben. An diesem Tag spielt Argentiniens schmächtiges Ballgenie erstmals gegen Österreich.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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