Der Mann, der Kroatien-Star Kapitän Luka Modric für die WM fit macht

Sport

Vlatko Vucetic trainiert 33 Profifußballer, darunter den Star von Real Madrid. Dessen Antreten bei der WM 2026 hält er für möglich.

Seine Frau, eine Psychologin, sagt ihm an manchen Tagen, dass er sich mehr mit Luka Modric beschäftigt als mit der eigenen Familie. Und er muss ihr dann recht geben.

„Ich schreibe für jeden meiner 33 Spieler täglich ein Trainingsprogramm“, erklärt Vlatko Vucetic beim Besuch des KURIER auf dem Institut für Sportwissenschaften der Universität Zagreb. Hier leitet der Professor das Human Performance Laboratory, hier hat er in den vergangenen 22 Jahren rund 10.000 Athleten und Athletinnen getestet. Personal Coach ist der ehemalige Leichtathlet aber nur für Ballspieler.

Uwe Mauch

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KURIER: Sie haben vor sieben Jahren mit Luka Modric zu arbeiten begonnen. Damals wurde er bei Real Madrid oft ausgetauscht. Heute spielt er mittwochs wie sonntags zumeist durch. Was mischen Sie in Ihren Zaubertrank?

Vlatko Vucetic: Es ist kein Geheimnis: Spieler im Alter von Luka müssen deutlich mehr trainieren als Jüngere, damit sie bestenfalls nicht an Leistung verlieren. Daher hören viele schon früher auf.

Was heißt „deutlich mehr“?

Luka macht die ersten Übungen vor dem Aufstehen. Er achtet genau, was er isst und trinkt. Er bereitet sich auf jedes Training mit gezielten Übungen vor. Nach und vor jedem Spiel hat er individuelle Trainingseinheiten.

Er selbst mag die Frage nicht mehr hören: Wie lange kann er noch auf diesem Niveau spielen?

Das hängt von mehreren Faktoren ab. Dennoch traue ich mir heute zu sagen: Mit 40 zu einer Weltmeisterschaft ist zumindest möglich.

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Was ist entscheidend?

Entscheidend ist heute die schnelle Regeneration im Spiel und nach dem Spiel. Achten Sie einmal auf Luka in einem Match: Er weiß genau, wenn er zu lange im anaeroben Bereich ist. Dann bleibt er in einer Aktion eher defensiv, um schon in der nächsten Minute wieder zu einem Sprint anzusetzen.

UEFA und FIFA gönnen den Stars wenig Pausen.

Das ist das Problem. Sie hätten in den nationalen und internationalen Ligen einen guten Herbst spielen sollen, hatten aber gleichzeitig die WM im Kopf. Dieser mentale Balanceakt führte im Vorfeld zu etlichen Ausfällen. Ich erwarte nach der WM weitere schwere Verletzungen.

Warum?

Es ist erwiesen, dass die Spieler bei ihren Nationalteams ihren Leistungslevel nicht halten können. Sie trainieren weniger, anders, sind abgelenkt, sollen sich auf wenige Spiele fokussieren. Ich weiß von den Spielern Kroatiens, dass sie nach dem WM-Finale 2018 ein Monat lang brauchten, um sich mental zu regenerieren.

Was sagen die Vereine zu Ihren zusätzlichen Trainingsplänen?

Das ist unterschiedlich. Es gibt leider auch Vereine, die an der Kooperation mit mir nicht wirklich interessiert sind. Dabei stelle ich ihnen alle Daten transparent zur Verfügung.

Was könnte Trainern und Spielern entgehen?

Wenn ich sehe, dass Klubs am Tag vor einem Spiel freigeben, kann ich darüber nur lachen. Was darf ich mir von Spielern erwarten, die sich auf der Couch für ein Spiel aktivieren? Das ist doch der pure Wahnsinn. Die Tage „Spieltag minus eins“ und „Spieltag plus eins“ …read more

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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