Heilmittelreport 2026: Kosten für Sozialversicherung stark gestiegen

Politik

Die Kosten der Sozialversicherung für die Heilmittelversorgung sind 2025 bei 4,9 Milliarden Euro gelegen. Das ging aus dem Heilmittelreport 2026 des Dachverbands der Sozialversicherungsträger hervor, der am Mittwoch erstmals präsentiert wurde. Im Vergleich zu 2024 seien die Kosten um 7,5 Prozent gestiegen, gegenüber 2013 sogar um 88,2 Prozent. Die Medikamenten-Versorgungsengpässe der vergangenen Jahre hätten sich spürbar entspannt, hieß es in einer Aussendung.

Pro Person, die mindestens ein Medikament auf Kosten der Krankenversicherung bezogen hat, lagen die Kosten durchschnittlich bei rund 800 Euro. Das waren elf Prozent mehr als 2024 und 86 Prozent mehr als 2013. Man stehe vor der Herausforderung, die Finanzierbarkeit zu wahren und die Versorgungsqualität trotz stark steigender Kosten auszubauen, hieß es in der Präsentation.

Zahl der Verordnungen gesunken

Haupttreiber sei das steigende Preisniveau der abgegebenen Verordnungen. Hinzu komme die demografische Entwicklung: Ältere Versicherte erhalten signifikant mehr Verordnungen pro Jahr als Jüngere.

Generell sank die Anzahl der Verordnungen. 2025 gab es 106 Millionen, 2013 noch 122 Millionen Verordnungen. Das liege daran, dass immer mehr günstige Medikamente unter die Rezeptgebühr von 7,55 Euro fallen. Entspannung gab es bei den Versorgungsengpässen, mit denen Österreich in den vergangenen Jahren zu kämpfen hatte. In vier von fünf Fällen, in denen ein Medikament nicht verfügbar ist, könne auf einen wirkstoffgleichen Ersatz zurückgegriffen werden. In den verbleibenden Fällen stünden gleichwertige Präparate oder andere Packungsgrößen zur Verfügung.

Auch neu zugelassene Medikamente seien in Österreich schnell und breit verfügbar: 82 Prozent der zwischen 2020 und 2023 neu zugelassenen Heilmittel in Europa gebe es bereits in Österreich. Damit lag Österreich im Ländervergleich hinter Deutschland und Italien auf Platz drei. Die Zeit von der Zulassung bis zur Marktverfügbarkeit betrage hierzulande im Schnitt 309 Tage, im EU-Durchschnitt sind es 578 Tage.

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Mehr Apotheken denn je

Mit 2.251 Apothekenstandorten zählte Österreich außerdem so viele wie noch nie. Auch die Anzahl von Pharmaunternehmen, die mit ihren Produkten im Erstattungskodex (EKO) gelistet sind, sei merklich gestiegen – nämlich von 258 Unternehmen im Jahr 2013 auf 329 Unternehmen im Jahr 2025.

„Österreich gehört zu den Ländern, in denen Medikamente und neue Therapien besonders rasch den Weg zu den Patientinnen und Patienten finden“, wurde Peter McDonald, Vorsitzender der Konferenz der Sozialversicherungsträger, in der Aussendung zitiert. Das sei ein Beweis dafür, dass die Sozialversicherung den Versorgungsauftrag ernst nehme. Zudem zeige sich, dass Österreich ein innovativer Pharmastandort sei. „Wer innovative Medikamente schnell verfügbar haben will, braucht Partner in der Industrie, die in Forschung und Entwicklung investieren, und ein System, das diesen Zugang strukturiert absichert.“

Liste der erstattungsfähigen Medikamente gewachsen

Welche Medikamente in Österreich erstattet werden, zu welchen Bedingungen und zu welchen Preisen, regelt der Erstattungskodex. Er ist in verschiedene Boxen – von grün bis rot – unterteilt. 2025 enthielt der EKO 7.756 Medikamentenpackungen. Das bedeutet eine Steigerung seit der Einführung vor 20 Jahren um 50 Prozent. 68 Prozent der anspruchsberechtigten Personen haben 2025 mindestens ein Medikament auf Rechnung der Krankenversicherung bezogen.

Mehr als zwei Drittel der Patientinnen und Patienten kommen mit Medikamenten aus der „grünen Box“ aus. Dazu zählen Heilmittel, die frei verschrieben werden können, wie beispielsweise Schmerzmittel. Auffällig sei jedoch, dass mehr Versicherte Medikamente aus der …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

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