
Flüge zwischen Mailand und Wien gibt es jeden Tag. In einem dieser Flieger saß am Sonntag ein Journalist der Gazzetta dello Sport mit dem Arbeitsauftrag, mehr über ein mögliches Engagement von Ralf Rangnick als Sportchef beim AC Milan herauszufinden.
Der Kollege war am Sonntag nicht zu beneiden. Der Teamchef zeigte sich wenig beeindruckt davon, dass ein Reporter seinetwegen den Weg nach Wien auf sich genommen hat. „Ich möchte Sie nicht in eine unangenehme Lage bringen, aber Sie wissen, dass in Italien gerade viel über Sie gesprochen wird. Ist es eine Ehre für Sie, mit einem so großen Klub wie AC Milan in Verbindung gebracht zu werden und können Sie mir sagen, ob etwas möglich ist?“, fragte der Reporter.
„Guter Versuch, die Frage ist clever gestellt“, sagte Rangnick, ließ sich aber nicht locken. „Mein Verhandlungspartner ist weiterhin der ÖFB, mit dem ÖFB gibt es auch konkrete Gespräche. Mehr gibt es dazu nicht zu sagen.“
Die Unterschrift fehlt
Auf den Tisch kommen wird das Thema bei der Aufsichtsratssitzung des ÖFB am heutigen Montag. KURIER-Informationen zufolge ist zwischen dem Verband und dem Teamchef alles klar in Richtung Vertragsverlängerung. Es fehlt allerdings noch die Unterschrift. Und das weiß man auch in Mailand.
Ob Rangnick kurz vor seiner Signatur noch eine Kehrtwende machen könnte? Auszuschließen ist das nicht. Wer die Karriere des Deutschen verfolgt hat, der weiß, worauf Rangnick bei seinen bisherigen Stationen meist Wert gelegt hat. Und das waren meist weniger die finanziellen Aspekte, als das Pouvoir, den Klub nach seinen Vorstellungen sportlich neu aufzustellen. Ob Klubbesitzer Gerry Cardinale, ein Milliarden-schwerer Italo-Amerikaner, dem 67-Jährigen dieses Zugeständnis machen wird, bleibt abzuwarten.
Source:: Kurier.at – Sport



