Kohle trotz Klimazielen auf dem Vormarsch

Wirtschaft

Weltweit will die Hälfte der Unternehmen in der Branche ihre Kapazitäten erweitern.

Während europaweit die Energiewende propagiert wird, zeichnet sich ein gegenläufiger Trend ab. Ausgerechnet Kohle, der schmutzigste der fossilen Energieträger, gewinnt weltweit betrachtet an Bedeutung.

In Europa liegt der heuer gestiegene Kohleverbrauch vor allem an dem schwachen Ertragsjahr bei erneuerbaren Energien. So hat in Deutschland die Stromproduktion aus Kohlekraftwerken im ersten Halbjahr die aus Windenergie übertroffen. International betrachtet wirkt sich der hohe Gaspreis aus, denn Kohle wird dadurch zur günstigeren Alternative. Die Entwicklung ist allerdings nicht neu: Seit dem Abschluss des Pariser Abkommens 2015 ist die weltweit installierte Kohlekraftwerksleistung um 157 Gigawatt (GW) gestiegen. Das entspricht der Produktion von Deutschland, Russland, Japan und der Türkei zusammen.

Die deutsche Umweltschutzorganisation Urgewald hat zusammen mit 40 weiteren NGOs ihre jährliche Studie „Global Coal Exit List“ (GCEL) veröffentlicht, die etwa 90 Prozent der weltweiten Kohlebranche abdeckt. Knapp die Hälfte der Unternehmen in dem Sektor ist demnach unverändert auf Expansionskurs. Ein Ausstiegsdatum haben hingegen nur 49 der 1.030 Unternehmen in der Datenbank.

Werden alle derzeit geplanten Projekte umgesetzt, würde das laut GCEL zu einem weltweiten Ausbau der Kohlekraftwerksleistung um 23 Prozent und der Kohleförderung um 27 Prozent führen. Drei Viertel der neuen Kraftwerke sollen in nur vier Ländern gebaut werden: China, Indien, Indonesien und Vietnam. Die chinesische Regierung hat kürzlich die Banken angehalten, die Finanzierung des Kohle- und Stromsektors sicherzustellen, um der Energieknappheit entgegenzuwirken. Aber nicht nur in Asien setzt man auf Kohle: 77 Prozent der geplanten Förderausbauten entfallen auf Indien, China, Russland und Australien.

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Grüner Anstrich

Doch auch wo sich Unternehmen aus dem Geschäft mit der Kohle zurückziehen, werden nicht unbedingt Kapazitäten reduziert. Denn die Minen werden nach Möglichkeit nicht geschlossen, sondern verkauft und von neuen Eigentümern weiterbetrieben, wie dies auch bei der Erdölförderung geschieht (der KURIER berichtete).

„Unternehmen wie Anglo und BHP reden zwar von Dekarbonisierung, aber durch Verkäufe wird keine einzige Tonne CO2 eingespart“, so Heffa Schücking, Geschäftsführerin von Urgewald.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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