Leichte Erholung im Wohnungsneubau: Vorverkaussquoten als Hürde

Wirtschaft

Dieses Jahr werden in Österreich etwas mehr neue Wohnungen fertiggestellt als 2025, das geht aus dem Neubaubericht der Bauträgerdatenbank Exploreal hervor. Im Vorjahr wurden 24.530 Wohnungen errichtet, dieses Jahr sollen es in Summe 28.530 werden – erfasst werden Projekte ab fünf Wohneinheiten. „Dieses Niveau können wir auch 2027 halten“, sagt Roman Oberndorfer, Obmann des Fachverbandes der Immobilien- und Vermögenstreuhänder der Wirtschaftskammer Österreich. 

Dennoch werde im langjährigen Vergleich zu wenig Wohnraum errichtet. Das zeigt sich laut Alexander Bosak von Exploreal an der Fertigstellungsquote pro 1.000 Einwohner: Diese lag 2024 noch bei 4,4 Wohnungen, derzeit liegt die Quote bei 3,0 Wohneinheiten. In Wien ist die Fertigstellungsquote mit 5,23 Wohnungen je 1.000 Einwohner am höchsten, gefolgt von Vorarlberg und der Steiermark. Am niedrigsten ist die Zahl neu errichteter Wohnungen in Salzburg und Kärnten.

Der Grund, warum die Zahl neu errichteter Wohnungen seit dem Jahr 2022 sinkt, hat mit der Zinswende zu tun: nach der langen Nullzinsphase sind die Kreditzinsen seit 2023 gestiegen, die Finanzierung von Neubauten wurden schwieriger. „Die gewerblichen Bauträger sind seither sehr zurückhaltend“, sagt Roman Oberndorfer. Das hat vor allem mit der Finanzierung zu tun. „Früher forderten Banken rund 35 Prozent Eigenmittel für den Wohnbaukredit eines Bauträgers, heute sind es mindestens 60 Prozent.“ „Heute brauchen Bauträger praktisch keine Bank mehr, um zu finanzieren, da die Eigenmittel so hoch sind“, merkt Oberndorfer an. Hinzu kommen Anforderungen der Finanzinstitute den Vorverkauf eines Neubauprojekts betreffend. „Mindestens 50 Prozent der Wohnungen müssen vor Baubeginn verkauft sein“, so Oberndorfer.

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Das Problem dabei:

Der Verkauf „vom Plan weg“, der früher im Bereich des Neubaus durchaus üblich war, gelingt nicht mehr. Der Grund: „Die Käufer wollen nicht die Ersten sein, die eine Wohnung erwerben.“ Denn häufig sei nicht klar, ob und wann konkret das Projekt tatsächlich errichtet wird. Kaufinteressenten würden aus diesem Grund genau nachfragen, bevor sie eine Wohnung in einem Neubau erwerben, der noch nicht in Bau ist. Das führt dazu, dass aktuell vor allem Bestandswohnungen gekauft werden. 

Generell zeige sich am Markt, dass das Wohnungsangebot kleiner wird. Die Absorption der Eigentumswohnungen, die am Markt sind, nimmt zu. Alexander Bosak sagt dazu: „Das Angebot an verfügbaren Wohnungen am Markt wird abgebaut und dadurch kleiner.“ Michael Gehbauer, Verbandsobmann der gemeinnützigen Bauvereinigungen, blickt etwas zuversichtlich in die Zukunft als die gewerblichen Bauträger: Die Talsohle im Neubau sei im Bereich der geförderten Wohnungen erreicht, die Fertigstellungszahlen aktuell stabil. Ab dem Jahr 2027 rechnet er mit leicht steigenden Zahlen bei der Anzahl neu errichteter, geförderter Wohnungen.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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