
Die k. u. k. Hofzuckerbäckerei Zauner eröffnet erstmals einen Standort außerhalb von Bad Ischl. Mit dem Pop-up-Store in Innsbruck bringt das Familienunternehmen seine Handwerkskunst in den Westen Österreichs. Die 7. Generation der Familie Zauner leitet aktuell die Geschicke des Unternehmens, die Geschäfte führt Philipp Zauner.
KURIER: Was erhofft sich die Zuckerbäckerei Zauner vom neuen Standort in Tirol?
Philipp Zauner: Wir wollen die Marke über die Region Bad Ischl hinaus etablieren und Akzente setzen. Zauner ist im Osten Österreichs durch viele Vertragspartner, die Zauner Artikel im Sortiment haben, sehr bekannt, im Westen hingegen weniger. Der Store befindet sich in der Nähe des Bahnhofs in Innsbruck und der Innenstadt, er ist rund 40 Quadratmeter groß.
Warum wird jetzt dieser Schritt gesetzt?
Mein Vater hat vor einigen Jahren den Onlineshop ins Leben gerufen. Weil der Absatz laufend steigt, haben wir die Flächen für den Onlineshop, die Produktion und die Verpackung erweitert. Seit 2024 sehen wir uns nach möglichen Standorten um. Jener im Zentrum von Innsbruck passt perfekt. Die Tiroler Raiffeisenbank eröffnet dort ein Hotel, eine Bankzentrale und 22 Shops. Einer der Shops ist ein Pop-Up-Store, dort kann man sich einmieten. Geboten wird ein Rundumpaket, man muss den Store nur branden und kann aufsperren.
Ist der Westen Österreichs durch die Nähe zur Schweiz und ihrer Schokoladenkultur interessant?
Die Konkurrenz zu den Schweizer Schokoladeproduzenten, die vor allem auf Pralinen setzen, ist nicht unser Ziel. Wir stellen die Pralinen nicht in die erste Reihe. Unser USP sind Oblaten, der Zaunerstollen und Ischler Törtchen.
Was erwartet Kunden in Ischl vor Ort, was Onlinekunden?
Frische steht für uns an oberster Stelle, wir garantieren etwa in Ischl, dass das Schlagobers der Erdbeerroulade nicht älter als sechs Stunden ist. Wir haben zwar viele Sitzplätze in Ischl, aber das Wachstum für den Frischebereich ist begrenzt. Wir wachsen über den Paketversand. Neu ist zum Beispiel ein Produktkonfigurator, der es ermöglicht, neue Torten und neue Schachteln für Torten online zu designen, zum Beispiel für Hochzeiten.
Spüren Sie, dass die klassische österreichische Mehlspeisenkultur durch neue Ernährungsgewohnheiten unter Druck gerät?
Wir merken die Trends, vor allem, weil Unverträglichkeiten mehr werden. Wir bieten daher mehr laktose- und glutenfreie Produkte an. Der Zauner Stollen ist unter anderem deshalb so erfolgreich, weil er seit der Erfindung 1905 vegan ist. Die Torten werden leichter, fruchtiger. Wir haben auch eine zuckerfreie Torte seit einem Jahr im Sortiment, wir testen gerade vegane Eissorten.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



