Zukunft von Teleshopping-Betreiber gesichert: One Spot kauft Mediashop

Wirtschaft

Die Zukunft des insolventen Teleshopping-Unternehmens Mediashop mit Sitz in Neunkirchen ist gesichert – wenn auch in stark abgespeckter Version. Die Käuferin der Mediashop-Vermögenwerte – dazu zählen u. a. die Markenrechte und das Warenlager – ist die One Spot GmbH mit Sitz in Mödling. Gemanagt wird Mediashop künftig von Patrick Schenner.

„Ich freue mich, dass Leute weiterbeschäftigt und das Unternehmen weitergeführt wird“, sagt der renommierte Masseverwalter Michael Lentsch zum KURIER. „Wir sind alle zufrieden. Die Alternative wäre ein Bauchfleck gewesen.“

Dem Masseverwalter waren 15 unterschiedliche Angebote unterbreitet worden. „Aus Sicht des Masseverwalters war das „Angebot 1“ (One Spot) im Sinne einer Gesamtlösung das für die Masse vorteilhafteste, dies auch im Hinblick darauf, dass mehrere Angebote mit ähnlichem Umfang lediglich unverbindlich abgegeben wurden“, heißt es im zweiten Bericht von Lentsch. „Der Masseverwalter wurde daher vom Gläubigerausschuss ermächtigt, (…) weshalb das Angebot unter der aufschiebenden Bedingung der Genehmigung durch das Insolvenzgericht angenommen wurde.“

Der Gläubigerausschuss hat den Deal bereits genehmigt. Am vergangenen Wochenende wurden die Kaufverträge unter Dach und Fach gebracht.

Der Niedergang

Ende Februar 2026 war das Teleshopping-Unternehmen mit 163 Mitarbeitern in die Pleite geschlittert.

Insgesamt wurden rund 55,27 Millionen Euro Schulden angehäuft, davon 14,56 Millionen Euro bei Banken. 11,08 Millionen Euro entfielen auf Lieferungen und Leistungen, weitere 22,25 Millionen Euro schuldet die Mediashop GmbH angeblich verbundenen Unternehmen.

Ursprünglich sollte mit den Gläubigern ein Sanierungsplan abgeschlossen werden. „Für die Unternehmensfortführung wäre es notwendig gewesen, dass die Medienpartner und die Dienstleister erhebliche Sanierungsbeiträge beigesteuert hätten“, heißt es im Bericht.

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Sie hätten 50 Prozent Preisnachlass leisten sollen. Das sei in der zur Verfügung stehenden Zeit nicht gelungen. Folglich wurde ein Konkursverfahren eingeleitet.

Jobs gerettet

„Über die Bitte des Masseverwalters verblieben 34 Dienstnehmer im Unternehmen, damit eine Art Notbetrieb aufrecht erhalten werden konnte, um die Verwertung als Ganzes zu ermöglichen“, heißt es weiters. Künftig soll sich die Mitarbeiterzahl zumindest verdoppeln.

Indes dürfte es in Sachen Insolvenzursachen ein rechtliches Nachspiel geben. So sind nicht nur der millionenschwere Umsatzrückgang im Geschäftsjahr 2025 und die starre Kostenstruktur für den Niedergang verantwortlich.

Die Mediashop GmbH in Neunkirchen schrieb seit dem Geschäftsjahr 2022/23 insgesamt rund 42 Millionen Euro Verluste. So ist es umso fragwürdiger, dass im Frühjahr 2025 rund 17 Millionen Euro Dividende an die deutsche Mutter Mediashop International Group GmbH überwiesen wurden.

Dubiose Zwischendividende 

Diese als Zwischendividende bezeichnete Zahlung habe „mit hoher Wahrscheinlichkeit“ gegen Kapitalerhaltungsvorschriften verstoßen, da die zugrunde liegende Forderung gegen die mittlerweile ebenfalls insolvente Konzernmutter nie einbringlich war, so der Masseverwalter. „Noch dazu war es eine Interimsdividende, so etwas gibt es gar nicht im GmbH-Gesetz“, sagt Lentsch.

Er prüft derzeit Organhaftungsansprüche gegen die Verantwortlichen. Um die Fristen für solche Klagen zu verlängern, wurde bereits eine Zuzahlung an die Manager-Haftpflichtversicherung geleistet.

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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