
Mit einem 6:2 in Bruneck gegen Pustertal vergoldeten die Graz99ers ihre Saison, gewannen das Best-of-seven-Finale der ICE Hockey League 4:0 und holten den ersten Titel seit 1978 nach Graz. Am Tag danach spricht Liga-Geschäftsführer Christian Feichtinger über die Erfolge der Saison, das Sorgenkind und die Zukunft der ICEHL.
KURIER: Die wievielte Pokalübergabe war es für Sie, und ist sie immer noch etwas Besonderes?
Christian Feichtinger: Es war die 26. Meisterehrung. Wahrscheinlich habe ich den Pokal tatsächlich am öftesten in der Hand gehabt. Aber ja, es ist jedes Mal besonders.
Wie war die Stimmung?
Das war Weltklasse. Ausverkaufte Halle, das Publikum war sehr fair. Auch bei der Siegerehrung wurde für die Grazer applaudiert.
Sportlich gesehen – auch wenn es am Ende ein 4:0 war: Es war doch eine spektakuläre Finalserie, oder?
Auf jeden Fall. Es hat Spaß gemacht, war spannend. Das vierte Spiel war lange ausgeglichen. Graz war abgeklärt und hatte auf jede Situation eine Antwort.
Graz ist jetzt ein Big Player der Liga geworden. Das belebt wohl die Konkurrenz?
Absolut. Das ist natürlich Ansporn und Herausforderung für alle anderen. Wenn ein Klub so aufgestellt ist, mit entsprechenden Mitteln und einem Umfeld aus enthusiastischen Unterstützern, Partnern und Sponsoren, dann ist das ein Faktor. Ich habe selten einen so engagierten Präsidenten erlebt wie Herbert Jerich. Die Herausforderungen liegen jetzt bei den anderen Klubs: Sie müssen versuchen, an Graz heranzukommen.
Wie fällt Ihr Gesamtfazit zur Saison aus – positiv wie negativ?
Im Vorjahr hatten wir ein Zuschauerplus von 13 Prozent. Dieses Mal wieder plus sechs Prozent im Grunddurchgang. Negativ war, dass im Play-off viele Serien sehr schnell zu Ende waren. Als Liga wünscht man sich natürlich möglichst viele siebente Spiele.
Ein Sorgenkind ist Vorarlberg, das keinen Hauptsponsor mehr hat, auch viele Spieler sind weg. Wann wird es offiziell, dass die Pioneers aussteigen?
Der Klub hat bis Ende April Zeit, seine Situation zu klären. Wir wollen einem Partner, der bisher alle Verpflichtungen erfüllt hat, diese Zeit geben.
Wie sieht es mit Beitrittskandidat Mailand aus?
Sie sind mitten im Bewerbungsprozess und haben bisher alle Anforderungen erfüllt. Die Entscheidung fällt bei der Generalversammlung – voraussichtlich in der ersten Juniwoche.
Ende kommender Saison läuft der Kooperationsvertrag mit dem österreichischen Verband aus. Kommt es zum großen Konflikt?
Wir haben dem ÖEHV unsere Positionen und Notwendigkeiten klar dargelegt. Das Thema liegt jetzt beim Verband. Ein zentraler Punkt ist die Kaderregelung, weil die internationalen Klubs stark aufgeholt und sich weiter professionalisiert haben. Es geht darum, Lösungen zu finden – auch im Sinne der kleineren österreichischen Teams, damit diese konkurrenzfähig bleiben. Der Verband will erst die WM abwickeln, was verständlich ist. Die Klubs stellen wieder 15 bis 17 Spieler für das Nationalteam ab. Jetzt geht es darum, bei der WM bestmöglich abzuschneiden.
Source:: Kurier.at – Sport



