Kritik: Wutanfälle als Theater

Kultur

Das nennt man einen starken Auftritt: Die Schauspielerin betritt die Szene mit einem Wutanfall, in dessen Verlauf sie einen Tennisschläger zertrümmert.

Es wird, so viel darf verraten werden, an diesem Abend nicht der letzte gewesen sein. In ihrer Performance „Rage. A Tennis Western“ macht sich die Regisseurin Hanna Steinmair die Energie zunutze, die Wutanfällen von Tennisspielerinnen und Tennisspielern innewohnt. Das Stück, das erstmals 2021 auf einem Frankfurter Tennisplatz gezeigt wurde, war jetzt in Wien zu Gast; leider nicht auf einem Tenniscourt, sondern auf der Bühne des WUK.

Egal, es funktioniert trotzdem: Zwei Performerinnen in weißen Tennisdressen – die als Regisseurin bekannte Maria Sendlhofer und Denise Palmieri – lassen sich 60 Minuten lang gehen. Sie zertrümmern Rackets und Plastiksessel, zerlegen das Netz und rütteln am Schiedsrichterstuhl.

Höhepunkte des Abends sind ein aus Sagern des berühmten Tennis-Zornbinkels John McEnroe montierter Country-Song und eine Collage aus selbstmitleidigen Zitaten von MeToo-Tätern.

Es geht gar nicht um Tennis, das ist nur eine Metapher. Es geht um die Wut. Und darum, wie gut es tut, sie rauszulassen.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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