
Der Vergleich macht sicher: Bestverdienender Fußballer der Welt, Cristiano Ronaldo: 200 Millionen Euro Gehalt; bestverdienende Fußballerin, Sam Kerr, 500.000 Euro. NBA-Basketballer Jayson Tatum: 59,3 Millionen Euro, WNBA-Basketballerin Jackie Young: 236.000 Euro. Bestverdienender Nationalspieler in der deutschen Fußball-Bundesliga: 10 Millionen Euro. Beste Nationalspielerin: 43.000 Euro. Im Spitzensport verdienen Frauen einen Bruchteil der Männer, zeigt eine Studie. Ronaldo verdient 400 Mal so viel wie Kollegin Kerr, in der deutschen Bundesliga kommen die Nationalspielerinnen auf gerade mal 0,5 Prozent der Männergagen.
Eine Ungleichheit, die vielfach verteidigt wird. Mit geringerem Publikumsinteresse und weniger Medienpräsenz, mit Qualitätsunterschieden, die die schlechtere Bezahlung begründen würden. Die Aufschläge im Tennis sind schwächer, das Tempo im Fußball oder bei der Skiabfahrt langsamer. Und auch, wenn Olympische Spiele ein anderes Bild zeigen, dann Sportarten wie Synchronschwimmen oder Turnen oder Eiskunstlauf beider Geschlechter für hohe Einschaltquoten sorgen und die Sichtbarkeit von Sportlerinnen und Sportlern in der Berichterstattung fast paritätisch ist: die Unterschiede bei Medienpräsenz und Marktwert halten sich hartnäckig. Die Zahlen aus der Studie von Sport Austria (siehe Kasten oben) zeigen: 85 Prozent der Medienberichte über Sport drehen sich um Männer. Mehr Aufmerksamkeit bedeutet mehr Geld. Lediglich sieben Prozent des globalen Sportsponsorings entfallen auf Frauensport.
Für Männer gemacht
„Wir bewegen uns nicht nach vorne“, kritisiert Ski-Star Alexandra Meissnitzer im Club alpha. „Ich feiere immer Lindsey Vonn, weil sie Grenzen verschoben hat und eine riesige Marke ist. Wir brauchen mehr Persönlichkeiten wie sie“. Für ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober „macht ganz klar die Präsenz den Marktwert. Für die Werbewertanalyse zählt jede Sekunde, die man in den Medien ist“. Sie nimmt die Berichterstatter in die Pflicht. Ski Alpin sei Vorreiter, der ORF zeige jedes Rennen.
ÖOC-Präsident Horst Nussbaumer analysiert: „Die Sportwelt war und ist für Männer gemacht. Ich habe das als aktiver Sportler lange nicht gesehen, aber jetzt fällt es mir umso mehr auf“, räumt er ein. Es gebe Möglichkeiten für Veränderungen: Zum einen, eine ausgeglichenere Medienberichterstattung und die Forderung, mehr Journalistinnen in die Sportredaktionen zu lassen. Zudem sei die Bestellung von Trainerinnen wichtig. Sie würden ein anderes Bewusstsein schaffen, Vorbilder sein und für Mädchen bessere Rahmenbedingungen setzen. „So können wir in den Nachwuchs investieren. Viele Talente würden nämlich zwischen zwölf und 14 Jahren aufhören, weil die Rahmenbedingungen für Mädchen nicht passen“, so Nussbaumer.
Für Ski-Star Alexandra Meissnitzer ist es letztlich die Persönlichkeit, die den medialen und finanziellen Unterschied macht. „Es gibt Sportlerinnen und Sportler, die sind nicht Olympiasieger und haben trotzdem einen hohen Werbewert. Ich will damit sagen: Man kann das durchbrechen.“
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



