Zeitreise durch die Wiener Zuckerbäckerkunst

Kultur

Wer dieses Buch aufschlägt, befindet sich umgehend in einem nostalgischen Wiener „Mehlspeishimmel“. Man taucht ein in die Welt berühmter Köchinnen und das Lebensgefühl der k. u. k.-Zeit. Praktischerweise sind die süßen, zum Teil vergessenen Meisterwerke nach den Originalrezepten auch gleich nachzubacken: etwa die Hunyadi-Torte von Marie von Rokitansky oder die Königstorte von Katharina Prato.

Der Beruf des Zuckerbäckers wurde in Wien übrigens erstmals 1554 erwähnt. Im Vielvölkerstaat Österreich kamen die kulinarischen Einflüsse aus aller Welt. Ende des 17. Jahrhunderts eroberte der Kaffee Wien – und mit ihm kamen die Kaffeehäuser. „Die Stadt war erfüllt von Musik – Mozart, Haydn und später Beethoven prägten den Klang – und zugleich wurde sie immer mehr ein Ort der feinen Lebenskunst“, schreibt Autor Bernhard Wieser. Michael Rathmayer hat die Torten nachgebacken und fotografiert. Die beiden haben sich für die Rezepte durch historische Archive gewühlt.

Kaffeehauskultur

Und nicht alles haben sie eins zu eins übertragen: Die 28 (!) Eier der „Imperialtorte à la Spörk“ zum Beispiel erschienen ihnen zu Recht als zu üppig.

Und wer kennt noch die Sisi-Torte? Die Kaiserin hatte ja nicht nur eine Vorliebe für Veilcheneis, sondern war auch von der eigens für sie kreierten Mehlspeise angetan: eine Schokoladentorte mit einer Schicht Mohn/Marzipan und einer Schokoladenglasur, verfeinert mit einem Schuss Tokajer-Wein. Diese Torte habe ihre „Seele berührt“, schrieb sie an ihre Schwester. Der Legende nach soll der Kaiserschmarrn übrigens entstanden sein, weil Sisi aus Rücksicht auf ihre schlanke Linie eine Nachspeise ablehnte, worauf der Kaiser zum Koch gesagt haben soll: „Geb’ er mir mal den Schmarrn.“

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Natürlich fehlt auch der Apfelstrudel nicht. Das Prinzip, dass der Teig so hauchdünn ausgezogen werden muss, dass man eine Zeitung darunter lesen könnte, gilt bis heute.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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