Phönix aus der Asche: KTM-Mutter meldet spektakuläre Trendwende

Wirtschaft

Es sind Zahlen, die aufhorchen lassen: Plus 125 Prozent beim Motorrad-Absatz, plus 70 Prozent beim Umsatz – die Bajaj Mobility AG, bis vor kurzem noch unter dem Namen PIERER Mobility bekannt, liefert im ersten Quartal 2026 eine Performance ab, die selbst optimistische Beobachter überrascht. Nach Monaten der Krise scheint die Mutter der Kult-Marken KTM, Husqvarna und GASGAS den Turnaround geschafft zu haben.

Von roten zu schwarzen Zahlen

Die Bilanz des ersten Quartals liest sich wie eine Erfolgsgeschichte: 331,3 Millionen Euro Umsatz stehen zu Buche – ein Zuwachs von satten 70,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Noch eindrucksvoller entwickelte sich das Motorrad-Geschäft: 40.332 Maschinen der Marken KTM, Husqvarna und GASGAS fanden den Weg zu den Kunden, der Umsatz in diesem Segment schoss um 151,6 Prozent auf 272,4 Millionen Euro in die Höhe.

Besonders bemerkenswert: Das operative Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA) kletterte von minus 55,8 Millionen Euro im Vorjahresquartal auf plus 5,5 Millionen Euro. Ein Schwenk von Rot auf Schwarz, der die Wirksamkeit der eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen eindrucksvoll unter Beweis stellt.

550 Millionen Euro frisches Kapital

Den entscheidenden Befreiungsschlag landete das Management im Februar 2026: Die Tochtergesellschaft KTM AG sicherte sich eine Refinanzierung über 550 Millionen Euro bei einem internationalen Bankenkonsortium. Mit dem frischen Kapital konnte der Restrukturierungskredit des indischen Mutterkonzerns Bajaj Auto International Holdings vollständig zurückgezahlt werden – ein Signal an die Märkte, dass das Unternehmen wieder auf eigenen Beinen steht.

„Die erfolgreiche Refinanzierung stärkt unsere finanzielle Basis erheblich“, heißt es aus Unternehmenskreisen. Tatsächlich scheint der Zugang zu frischem Kapital die Voraussetzung für die aggressive Wachstumsstrategie gewesen zu sein, die sich nun in den Absatzzahlen niederschlägt.

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Der Preis des Erfolgs

Doch der Turnaround hat seinen Preis. Das Eigenkapital schmolz im ersten Quartal von 385,2 auf 350,7 Millionen Euro, die Eigenkapitalquote sank auf 22,2 Prozent. Und trotz der operativen Verbesserungen: Unterm Strich steht noch immer ein Verlust von 35,1 Millionen Euro – auch wenn dieser im Vergleich zum Vorjahr um 67,5 Prozent reduziert werden konnte.

Besonders schmerzhaft für die Belegschaft: Im Zuge der Effizienzsteigerung müssen 500 Arbeitsplätze gestrichen werden. Bis zum dritten Quartal 2026 soll der Personalabbau abgeschlossen sein – eine Maßnahme, die in der traditionell eng verbundenen Motorrad-Community für Unmut sorgt.

Lagerabbau als strategischer Hebel

Ein weiterer Erfolgsfaktor der Trendwende: die konsequente Reduktion der weltweiten Lagerbestände. Zu viele Motorräder in den Händlernetzen hatten das Unternehmen in der Vergangenheit unter Druck gesetzt und die Margen belastet. Nun zahlt sich die strikte Disziplin aus – die Händler ordern wieder, die Produktion läuft auf Hochtouren.

Ausblick: Fokus auf Profitabilität

Für das Gesamtjahr 2026 gibt sich das Management zurückhaltend optimistisch. „Der Fokus liegt auf der weiteren Umsetzung der Restrukturierung und der Verbesserung der Profitabilität“, heißt es in der offiziellen Stellungnahme. Konkrete Jahresziele nennt das Unternehmen nicht – zu groß offenbar die Unsicherheit in einem volatilen Marktumfeld.

Analysten zeigen sich dennoch zuversichtlich. „Wenn Bajaj Mobility das Momentum aus dem ersten Quartal halten kann, steht einem profitablen Gesamtjahr nichts im Weg“, so ein Branchenexperte. Die Marken KTM, Husqvarna und GASGAS genießen nach wie vor Kultstatus unter Motorrad-Enthusiasten – eine solide Basis für weiteres Wachstum.

Die nächsten Monate werden zeigen, ob die …read more

Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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