Demographiebarometer: Warum der Kinderwunsch sinkt

Politik

Europa gilt – leider zurecht – als der Kontinent, der am schnellsten überaltert: Während das Medianalter (jeweils die Hälfte der Bevölkerung über und unter diesem Alter) in Europa bei 44 Jahren liegt, sind es in Asien 32 Jahre, am niedrigsten ist das Medianalter in Afrika bei 19 Jahren.

In Europa zeigt sich das auch deutlich in der seit Jahren sinkenden Geburtenrate. In der EU-27 lag diese laut Eurostat im Jahr 2024 bei 1,34 Kindern pro Frau. Den niedrigsten Wert verzeichnet Malta (1,01 Kinder) und Spanien (1,1), den höchsten hat Bulgarien mit 1,72. Österreichs Geburtenrate von 1,31 liegt knapp unter dem EU-Schnitt.

Spannend sind die Details der Analyse des neuen Geburtenbarometers des Instituts für Demographie der Akademie der Wissenschaften:

Pandemie und Rückgang „Überraschenderweise führte die Pandemie zunächst nicht zu einem dauerhaften Rückgang der Geburtenraten“, sagt Kryštof Zeman, Leiter des Instituts für Demographie. Doch zwischen 2022 und 2024 waren etwa die steigende Inflation, wirtschaftliche Belastungen, das Aufschieben von Schwangerschaften während der ersten Welle der COVID-19-Impfungen sowie der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine mit sinkenden Fertilitätsraten verbunden. Dieser Rückgang war besonders ausgeprägt bei jüngeren Frauen unter 25 Jahren, und bei Frauen mit zwei oder mehr Kindern.
 

Mütter immer älter Das Durchschnittsalter bei der ersten Geburt stieg zwischen 1984 und 2024 um sechs Jahre und liegt nun bei 30 Jahren. Das Gesamtdurchschnittsalter der Mütter bei der Geburt stabilisierte sich zuletzt bei 31,2 Jahren, nachdem der Trend zu späterer Mutterschaft bereits in den frühen 1970er-Jahren eingesetzt hatte.
 

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Teenager-Mütter Während 1984 noch fast 10 Prozent der Babys von Teenager-Müttern geboren wurden, betrug der Anteil 2024 nur noch 1 Prozent. Im Gegensatz dazu steigt die Anzahl der Babys von Müttern im hohen „Reproduktionsalter“ von 40+ seit Mitte der 1990er-Jahre und übertrifft jene der Teenager-Mütter (unter 20) seit dem Jahr 2009.

Mütter im Ausland geboren Im Ausland geborene Mütter machen einen immer größeren Anteil der Geburten aus – mittlerweile 36 Prozent österreichweit und 58 Prozent in Wien. Sie bekommen ihre Kinder im Schnitt fast zwei Jahre früher als gebürtige Österreicherinnen und weisen eine leicht höhere Geburtenrate auf, die sich jedoch dem heimischen Niveau annähert und ebenfalls unter zwei Kindern liegt. Völlig ohne Zuwanderung nach Österreich, zeigt eine Projektion der Statistik Austria aus dem Vorjahr, würde die Gesamtbevölkerung Österreichs (aktuell bei 9,2 Millionen) bis 2050 auf 8,2 Millionen sinken, bis 2080 sogar auf 6,1 Millionen.
 

Alter der Väter Das Geburtenbarometer liefert auch Daten zu Vätern von Neugeborenen in Österreich. Zwar sind die Daten zu Vätern nicht vollständig, aber sie werden immer besser: 2015 fehlten die Angaben zum Vater bei fast sechs Prozent der Lebendgeburten, in den letzten Jahren lag dieser Anteil nur noch bei einem Prozent.
 

Väter älter als Mütter Väter sind im Schnitt etwa drei Jahre älter als Mütter. 2024 betrug das durchschnittliche Alter bei der Geburt 34,2 Jahre für Männer (31,2 Jahre für Frauen). Allerdings variiert der Altersunterschied zwischen Müttern und Vätern je nach Alter: „Während junge Eltern bis 30 meist ähnlich alt sind, wird die Alterslücke ab 30 größer: 40-jährige Väter haben im Schnitt Partnerinnen, die 35 Jahre alt sind“, sagt Zeman.
 

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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