Rassismus: Ein Wort, das schwer zu fassen ist – „Gavagai“

Kultur

Nein, es soll keine Provokation sein, dass eine französische Regisseurin namens Caroline für ihre Filmversion der „Medea“ die Titelrolle mit einer weißen Frau besetzt hat: Die einzige Weiße beim Dreh des Tragödien-Klassikers an der senegalesischen Atlantikküste. Jason ist ein Schwarzer: Nourou stammt aus dem Senegal, lebt aber schon viele Jahre mit einem französischen Pass in Paris.

Der Kunstgriff, Weiß und Schwarz aufeinandertreffen zu lassen, holt Caroline bei der Pressekonferenz zur Filmpräsentation anlässlich der Berlinale ein. Der Vorwurf postkolonialer Ausbeutung steht im Raum. Der Vorwurf von Rassismus.

Der deutsche Regisseur Ulrich Köhler ironisiert in seiner Satire „Gavagai“ die Vorwürfe, mit denen er gerechnet hat, indem er sie im Film aufgreift. Der Titel „Gavagai“ bezieht sich auf die Möglichkeiten der Interpretation: Zeigt ein Fremder auf ein vorbeihoppelndes Kaninchen, so kann er Hase meinen, aber auch „Schau, dort!“ oder „Wow, ein schnelles Tier.“ Gavagai ist also ähnlich schwer zu fassen wie das Wort Rassismus.

INFO: D/F 2025. 89 Min. Von Ulrich Köhler. Mit Maren Eggert, Jean-Christophe Folly.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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