
Silvia Kargl
Choreografie und Tanz als Ausdruck von Widerstand vermitteln David Pontes und Wallace Ferreira in ihrem Duo „Repertório N. 1“ bei den Wiener Festwochen im MAK. Wobei das Stück in der Interaktion mit dem Publikum mehr zu einem getanzten Dialog wird.
Entstanden ist diese Choreografie, der erste Teil einer Performance-Serie, als Reaktion der aus Brasilien stammenden Künstler auf die rechtsextreme Politik von Jair Bolsonaro, der von 2019 bis 2023 Präsident Brasiliens war und in der Zwischenzeit rechtskräftig zu einer Haftstrafe von 27 Jahren verurteilt worden ist. Mit einem Folgestück aus ihrer international gefeierten Performance-Serie „Repertório“ gewannen Pontes und Wallace 2022 bereits den ImPulsTanz Young Choreographers’ Award in Wien.
Pinke Sneakers
Mit ihrem „Selbstverteidigungstanz“ sorgen sie trotz des bedrohlichen Hintergrunds für Stücke, die gleichsam unterhaltend wie unter die Haut gehend sind. Sie treten nackt auf, wobei die diesmal leuchtend pinken Sneakers unverzichtbar für die zornigen Stampfschritte sind, mit denen sie den Bühnenraum durchziehen. Ihre exponierten Körper werden durch Elemente aus Capoeira und Vogueing zu einem Statement für Stärke und Selbstachtung. Mit Gesten und Mimik, ohne zu sprechen wenden sich beide ans Publikum, borgen sich Utensilien wie mitgebrachte Fahrradhelme, Schuhe und Taschen aus. Die Objekte sorgen für choreografisch witzige, spontane Improvisationen und werden als Alltagsobjekte auch für Akzente im Raum verwendet.
Magische Momente
Selten gelingt die Durchdringung eines politisch motivierten Tanzes mit magischen Momenten so eindringlich wie bei Pontes und Ferreira in ihrer „Repertório“-Serie.
Source:: Kurier.at – Kultur



