Keine Einigung in Sicht: Teheran widerspricht Trump

Politik

Im Iran-Krieg und im Konflikt zwischen Israel und der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon geht das Ringen um eine Friedenslösung weiter. Nachdem US-Präsident Donald Trump zuvor eine „endgültige Entscheidung“ zu den Verhandlungen mit Teheran angekündigt hatte, verließ er eine Lagebesprechung im Weißen Haus US-Medienberichten zufolge nach zwei Stunden ohne eine Entscheidung.

Verteidigungsminister Peter Hegseth ließ wissen: Die USA seien bereit, die Angriffe auf den Iran wieder aufzunehmen, sollte keine Einigung im Streit über das iranische Atomprogramm erzielt werden. „Wir sind mehr als fähig, wenn nötig, wieder anzugreifen“, sagte Hegseth in Singapur. Die USA hätten genug Waffen in den Lagern, sowohl vor Ort als auch weltweit. „Wir sind also in einer sehr guten Position.“

Seit Tagen laufen zwischen den USA und dem Iran intensive Verhandlungen über ein Rahmenabkommen zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe und weitere Verhandlungen. Berichten zufolge soll eine Einigung kurz bevorstehen. Der Iran warf Trump jedoch vor, zentrale Vereinbarungen des geplanten Abkommens zu verzerren oder zu ignorieren. Die den iranischen Revolutionsgarden nahestehende Nachrichtenagentur Fars schrieb unter Berufung auf informierte Kreise, der US-Präsident versuche, einen vorgetäuschten Erfolg zu inszenieren.

Teheran bietet Trump die Stirn

Außenamtssprecher Ismail Baghai sagte laut der Nachrichtenagentur Isna, dass der Iran und die USA weiterhin Botschaften austauschten. Eine endgültige Einigung sei aber bisher nicht erzielt worden. Baghai erklärte demnach weiter: „Von dem Begriff „müssen“ haben wir uns vor 47 Jahren verabschiedet. Wir richten uns nicht nach dem, was andere von uns verlangen, sondern entscheiden auf der Grundlage unserer Interessen und Rechte.“ Dieses „müssen“ sollte als „wir bitten Sie“ interpretiert werden, hieß es weiter.

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Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf zeigte sich trotz positiver Anzeichen für eine Verhandlungslösung misstrauisch. „Wir vertrauen weder Garantien noch Worten. Maßgeblich sind allein die Taten“, schrieb er auf X. Der wahre Gewinner einer Vereinbarung sei derjenige, der am Tag danach besser auf einen Krieg vorbereitet sei, fügte er hinzu. Ghalibaf schrieb, der Iran erlange Zugeständnisse nicht durch Gespräche, „sondern durch Raketen“.

Teheran widerspricht Trump in drei Punkten

Konkret widerspricht der Iran laut Fars Trumps Aussagen in drei Punkten:

Trump habe ignoriert, dass unmittelbar nach Unterzeichnung zwölf Milliarden Dollar (10,31 Mrd. Euro) aus eingefrorenen iranischen Auslandskonten freigegeben werden müssten. Ohne diese Freigabe werde der Iran in keine weiteren Verhandlungsphasen eintreten. Das Abkommen enthalte keine Bestimmung zur gebührenfreien Öffnung der Straße von Hormus, hieß es. Der Iran weise die Aussage zurück, wonach das bereits angereicherte Uran abgebaut oder vernichtet werden solle. Die Absichtserklärung enthalte keine solche Bestimmung.
 
Die Punkte legen nahe, dass beide Seiten noch weit von einer Einigung entfernt sein könnten. Die uneingeschränkte Öffnung der Straße von Hormus, die als Exportroute für Dünger, Öl und Flüssiggas für die Weltwirtschaft von großer Bedeutung ist, hat aus US-Sicht höchste Priorität.
 
Zudem weist der Iran auf die Forderung eines vollständigen Waffenstillstands im Libanon hin – im Sinne der libanesischen Hisbollah-Miliz. Im Zuge des Iran-Kriegs war es auch wieder zu schweren Angriffen von Israels Armee im Libanon sowie der Hisbollah gegen den Erzfeind Israel gekommen.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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