
Immerhin – es gibt offenbar sogar kostenlose Tickets für die Weltmeisterschaft. Dutzende Fans haben wegen eines Fehlers auf der FIFA-Website ein Ticket erhalten, ohne dafür zahlen zu müssen.
Inzwischen hat der Weltverband den Fehler allerdings bemerkt und die betreffenden Personen schriftlich aufgefordert, den korrekten Betrag zu bezahlen.
Kritik an der Preispolitik
Oder die Dauerabo-Besitzer im Aztekenstadion. Rund 14.000 Fans haben ein vertragliches Recht auf kostenlose Plätze, weil sie beim Bau der Arena in den 1960er-Jahren einen Logenplatz erwarben – und damit das Recht, 99 Jahre lang jedes Event in dem Stadion zu besuchen.
Der Stadionbetreiber hat nun 63 Millionen Euro an die FIFA gezahlt, um gegenüber den Dauerkartenbesitzern sein Wort halten zu können.
Doch die wenigen Gratis-Tickets sind Ausnahmen. Selten hat es so viel Grund für Kritik an der Preispolitik im Fußball gegeben wie bei dieser WM.
Österreichs Fans
Inmitten all dieser Kritik stehen treue Fans – auch die des österreichischen Nationalteams, bei denen die Freude über die erste Teilnahme ihres Teams seit 28 Jahren im Vordergrund steht.
Zum Beispiel die „Freunde der Liliputbahn“. Fanclubs wie dieser sind auch Nutznießer der später eingeführten 60-Dollar-Karten (ca 51 Euro).
„Wir kamen an diese Tickets, weil wir bei allen Spielen der WM-Qualifikation – zuhause und auswärts – dabei waren“, erzählt Luis Cordero von den „Freunden der Liliputbahn“.
4.000 Tickets pro Spiel
Nicht alle ihre Mitglieder kamen an die billigen Tickets. Ingo Mach, der für den ÖFB in den USA die Österreich-Fans betreut, erklärt, dass der Verband nur wenige Hundert Tickets in dieser Kategorie erhalten hatte. Andere für Algerien und Jordanien kosteten bis zu 400 Euro, für Argentinien bis zu 700 Euro.
Rund 4.000–5.000 Plätze hat der ÖFB für seine Fans pro Spiel erhalten. Jene für das Argentinien-Spiel am 22. Juni waren schnell weg. Die anderen sind zu einem Großteil vergeben. Hinzu kommen Fans, die ihre Karten über das Ticketportal der FIFA gekauft haben.
Unterschiedliche Regeln
Sie werden dort mit Informationen und Sicherheitshinweisen versorgt. Dafür hat der ÖFB ein Handbuch zusammengestellt. Das war gar nicht so einfach. Die Spiele finden in San Francisco, Dallas und Kansas statt, drei Hostcitys in drei verschiedenen Bundesstaaten mit verschiedenen Gesetzen.
Finden nach der Gruppenphase auch noch Spiele in Kanada oder Mexiko statt, kommen noch zwei Länder mit wieder anderen Gesetzen dazu.
Unklare Situation
„Universelle Aussagen sind nicht möglich“, sagt Mach. Etwa, was die Fanmärsche zum Stadion angeht. In Kansas City etwa ist das gesamte Stadion von Autobahnen umgeben. Parkplätze bei den Stadien können aber bis zu mehrere Hundert Dollar kosten, viele Öffitickets unterliegen – erraten – der dynamischen Preispolitik und schnellen durch die Nachfrage nach oben.
Martin Endemann von den Football Supporters Europe (FSE) ärgert das: „Es wurde gratis Nahverkehr versprochen, aber daraus wurde offenbar nichts.“
Überhaupt fühlen sich Fanvertreter von der FIFA im Stich gelassen. Das sei ein großer Unterschied zu den vielkritisierten Turnieren in Russland und Katar: „Wegen der Sportswashing-Vorwürfe waren die Veranstalter super vorsichtig“, sagt Endemann. Das Ergebnis: „Für die Fans war alles perfekt organisiert.“
Wie geht’s weiter?
Und wie geht es weiter, wenn Österreich ins Sechzehntelfinale kommt? Dem ÖFB wird für die K.o.-Spiele kein eigenes Ticketkontingent zur Verfügung gestellt. Doch Fans wie Luis Cordero …read more
Source:: Kurier.at – Sport



