Edin Dzeko bei der WM: Der alte Mann will mit Bosnien noch mehr

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Als er erstmals das bosnisch-herzegowinische Teamleiberl überzog, war noch eine andere Generation am Werk. Eines konnte Edin Dzeko schon: Tore schießen. Bei seinem Debüt am 2. Juni 2007 traf er beim 3:2 gegen die Türken.

Für die Gäste trug sich übrigens ein gewisser Hakan Sükür in die Schützenliste ein, der kurz darauf seine Laufbahn beendete und nun in den USA lebt.

Die Zeit vergeht, Erfolg besteht. Der 40-jährige Dzeko hat die Erfolgsbahn noch immer nicht verlassen. Ein ganzes Land bangt, dass sein Kapitän bald wieder topfit ist und bestenfalls sein Team schon am Freitag (21 Uhr MESZ) in Toronto gegen Kanada mit Toren versorgt.

Die letzten Testspiele versäumte der Superstar wegen einer Schulterverletzung, die er sich im an sich erfreulichen Entscheidungsspiel gegen Italien zugezogen hatte.

Zweiter WM-Start

Freilich, würde Dzeko einen anderen Pass haben, wäre diese WM nicht erst seine zweite nach 2014, bei der sein Team in der Vorrunde scheiterte. Auch ohne Großeinsätze schreibt der Stürmerstar an, das Spiel gegen die Schweiz am 18. Juni, das zweite Gruppenspiel, könnte sein 150. im Dress der Bosnier werden.

Und auch sein Torkonto, derzeit hält er bei 78 Treffern, könnte aufgestockt werden.

Dzeko hat sich überall durchgesetzt, egal, ob es beim VfL Wolfsburg war, den er 2009 zum bisher einzigen Meistertitel schoss, bei Manchester City, Roma oder Inter – er versorgte die größten Adressen des Fußballsports mit Toren. Und ein halbes Jahr auf Schalke reichte, um den Klub zurück in die Bundesliga zu schießen und sich zum Helden in Gelsenkirchen zu machen.

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Überall hinterließ Dzeko seine Visitenkarte in Form von Toren. Auf dieser Visitenkarte steht aber auch groß Bosnien-Herzegowina drauf. „Jeder, der das Trikot seines Landes überstreift, sollte sich bewusst sein, dass er für das Wappen auf der Brust kämpft und sich dementsprechend verhalten.“ Und wenn ich das Teamtrikot anziehe, ist es etwas Besonderes für mich, weil ich weiß, dass die Leute diese Nationalmannschaft lieben„, sagte Dzeko einmal in einem KURIER-Interview.

Und wurde emotionaler. “Viele Menschen sind emigriert, vor allem aufgrund des Krieges, die Nationalmannschaft ist der einzige Berührungspunkt mit der Heimat.„

Verluste im Krieg

Über Politik wollte Dzeko nie reden. Er hat die Geschichten hinter sich gelassen, die Narben werden nie ganz verheilt sein. Immerhin war Dzeko sechs Jahre alt, als der Krieg ausbrach. In seiner Heimatstadt bot die Kickerei während der Belagerung die einzige Abwechslung. “Ich war noch jung und habe oft vor Angst geweint. Jeden Tag hörte man Gewehrschüsse, und wir haben Freunde und sogar Familienmitglieder verloren.„

Jetzt kämpft er mit Stolz für sein Land. Dass er es noch immer kann, ist harte Arbeit “hinter den Kulissen„.

Trifft Dzeko, wäre er hinter Roger Milla (der Kameruner war 1994 bereits 41) der zweitälteste Torschütze der WM-Historie. Und im Ranking der ältesten Feldspieler liegen nur drei Spieler vor ihm: Craig Gordon (43), Cristiano Ronaldo (41) und Luka Modric (40).

Was noch passieren kann? “Vor zehn Jahren hätte ich nicht für möglich gehalten, dass ich jetzt noch spiele. Aber ich fühle mich gut und werde weitermachen, solange ich es kann.„

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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