SpaceX hebt an der Börse ab: Elon Musk ist jetzt Billionär

Wirtschaft

Dass die Aktie zulegen wird, ist absehbar. Zur Eröffnung legte die SpaceX-Aktie am Freitag an der Technologiebörse Nasdaq um fast 30 Prozent zu und notierte bei 174 Dollar, der Ausgabepreis lag bei 135 Dollar. Um 9.30 Ortszeit (15.30 MESZ) läuteten  die Glocken für das Papier, das unter dem Kürzel SPCX debütierte. Unternehmensgründer Elon Musk war selbst nicht anwesend, aber via Video zugeschaltet.

Die Bewährungsprobe für die Raumfahrt- und KI-Aktie steht aber erst in einigen Wochen bevor. Denn an die Börse kamen zunächst nur 5 Prozent oder 555,6 Millionen der Aktien des Unternehmens. Mit einem Volumen von 75 Mrd. Dollar war es der bisher größte Börsengang. 
Um die Aktien gibt es jetzt ein G’riss. Zu dem tragen auch Indexfonds bei, etwa von FTSE und MSCI. Sie haben ihre Regeln geändert, um die SpaceX-Aktie rasch in ihre Indexes aufnehmen zu können. Das treibt die Nachfrage und sollte in den nächsten Wochen für Kursanstiege sorgen.

Plötzlich Billionär

Beim Börsengang wurde das Unternehmen mit 1,8 Billionen Dollar bewertet und machte Gründer Elon Musk, der rund 42 Prozent der Aktien hält, zum ersten Billionär der Welt.

Zweifel an Bewertung

Zweifel an der Bewertung des Unternehmens, das im Börsenprospekt für das vergangene Jahr einen Umsatz von etwas unter 19 Mrd. Dollar und einen Verlust von 4,3  Mrd. Dollar  ausweist, sind zuletzt gewachsen. Die Analysten von Morningstar kamen mit einer errechneten Bewertung von 780 Mrd. Dollar nicht einmal auf die Hälfte der Summe.  

Auch bei anderen Analysten gab es deutliche Abstriche. Herkömmliche Parameter, wie etwa das Kurs-Gewinn-Verhältnis, stoßen bei SpaceX an ihre Grenzen. 

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Warnung vor „Bruchlandung“

Florian Beckermann vom österreichischen Interessenverband der Anleger (IVA) warnte vor einer „Bruchlandung“ der Aktie. Die Euphorie an den Märkten befeuere Spekulationskäufe. „Gerade unerfahrene Anleger laufen hier Gefahr, nahe eines Markthochs einzusteigen und anschließend erhebliche Verluste zu erleiden“, sagt der Anlegerschützer. In Österreich wurde das Papier im Vorfeld des Börsengangs nicht angeboten. Wer die Aktie haben wollte, musste zu Brokern in Drittstaaten ausweichen.

Als Gefahr für den Kurs sieht Beckermann auch SpaceX-Gründer Elon Musk selbst, der auch schon mit einem Hitlergruß auffällig wurde. Seine Äußerungen, politische Kontroversen und Rechtsstreitigkeiten könnten erhebliche Auswirkungen auf den Kurs haben, so der Anlegerschützer.

Viel Fantasie

Die Fundamentaldaten von SpaceX erfordern viel Fantasie. Geld verdient das Unternehmen bisher lediglich mit seinem Starlink-Satellitennetzwerk.  2025 waren es mehr als 7 Mrd. Dollar.  Künftig könnten die Satellitenschwärme die Basis für ein weltumspannendes Mobilfunknetz bilden. Andere Unternehmensbereiche sind stark defizitär. 

Das KI-Geschäft samt der geplanten Rechenzentren im All wird zwar mit Hunderten Milliarden Dollar bewertet, noch ist davon aber nicht viel zu sehen. Der KI-Chatbot Grok hinkt der Konkurrenz hinterher und gilt als unzuverlässig. Musks Pläne, den Mars zu besiedeln, werden von Experten als „Wahnvorstellung“ abgetan.

Behaltefristen laufen aus

Ende August könnte es bereits zu einer Abverkaufswelle kommen. Dann laufen die Behaltefristen der SpaceX-Manager und Mitarbeiter sukzessive aus. Immerhin rund 4.400 von ihnen könnten durch den Börsengang zu Millionären werden, rechnete die New York Times vor.

Anlegerschützer Beckermann rät dazu, sich nicht von der „Social-Media-Euphorie“ anstecken zu lassen, die Daten zu sorgfältig prüfen und nur dann zu investieren, wenn ein finanzieller Verlust verkraftbar wäre. 

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Source:: Kurier.at – Wirtschaft

      

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