Wacker-Coach Sebastian Siller: „Dann wird er von mir rasiert“

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Als Sebastian Siller im Frühjahr 2023 den Trainer-Job bei Wacker Innsbruck antrat, befand sich der Klub in den Niederungen der 5.Liga. Gute drei Jahre später meldet sich der zehnfache Meister in der 2.Bundesliga zurück.

800 Liter Freibier

Beim letzten Saisonspiel gegen die Altach Juniors (18 Uhr) bekommt der FC Wacker am Samstag die Trophäe für den Meistertitel in der Regionalliga West überreicht. Der Abschied aus dem Amateurfußball wird gebührend gefeiert: Es gibt ein Legendenspiel und 800 Liter Freibier. 

„Vor drei Jahren habe ich mir noch die Frage gestellt: Wie lange wird das wohl dauern, bis wir wieder zurück sind,“ sagt Meistermacher Sebastian Siller (37), der den FC Wacker von der 5.Liga in die 2.Liga geführt hat.

KURIER: Sind Sie vom Durchmarsch aus der 5.Liga selbst überrascht?

Sebastian Siller: Wir haben gewusst, dass alles perfekt klappen muss, dass uns das gelingen kann. Wir sind in jede Saison mit dem Anspruch und dem Ziel reingegangen: Wir können das schaffen. In der 5.Liga hat’s geheißen: Den Aufstieg schaffen wir sowieso. In der 4.Liga haben wir uns gesagt: Das gelingt uns noch einmal. Und heuer in der Regionalliga war das Motto: Wir können es wieder schaffen.

Welcher der drei Meistertitel war im Rückblick der schwierigste?

Ich würde fast sagen, dass der erste Titel in der 5.Liga am schwierigsten war und in gewisser Weise eine Initialzündung. Weil wir damals am Anfang unserer Entwicklung waren und erst damit begonnen haben, eine gewisse Kultur in der Mannschaft zu etablieren. Damals konnten manche Spieler damit noch wenig anfangen.

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Und wie ist das heute?

Je länger man zusammenarbeitet, umso eingespielter ist alles. Jeder weiß, wie es läuft. Und die neuen Spieler werden so ausgesucht, dass sie auch in dieses Gefüge reinpassen und es mittragen können – so entsteht dann etwas. Man kann das bei vielen Vereinen beobachten: Wenn ein Team lange zusammenbleibt und vieles gemeinsam erlebt und durchlebt, dann schlägt sich das fast immer positiv nieder.

Welche Entwicklung hat der FC Wacker als Verein gemacht?

Als ich Trainer geworden bin, war die Stimmung am absoluten Tiefpunkt. Inzwischen hat sich das komplett gedreht. Innerhalb von drei Jahren ist der Zuschauerzuspruch extrem gestiegen, die Reputation ist eine ganz andere. Es liegt jetzt an uns, das positive Image weiter zu tragen. 

Wie soll das funktionieren?

Es geht nur mit Bodenständigkeit. Wir haben uns in den letzten Jahren auf den Dorfplätzen präsentiert und dort viele Sympathien gewonnen. Wir müssen das als Verein weiter verkörpern. Wenn wir die Tiroler Bevölkerung mitnehmen, dann kann es nachhaltig sein. Sollten wir aber irgendwann wieder damit anfangen, von oben herab zu agieren, dann geht es ganz schnell in die andere Richtung.

Das Budget des FC Wacker wird in der 2.Liga auf 6 Millionen Euro erhöht, der Klub denkt wieder in größeren Dimensionen und an Spieler, die mehr verdienen. Welche Herausforderungen kommen da auch auf Sie als Trainer zu?

Mir ist grundsätzlich wurscht, was einer verdient. Für mich gibt es ganz klare Richtlinien: Über allem steht der Respekt. Und wenn jemand meint, er ist etwas Besseres, dann wird er von mir rasiert. Das kann sein, wer will. So etwas interessiert mich überhaupt nicht, so …read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

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