
Er hat bei Bayern München und Real Madrid tragende Rollen gespielt und vier Mal die Champions League gewonnen. Er hat eine Bilderbuchkarriere hingelegt und ist glücklicher Vater eines Mädchens und eines Buben. Er ist der erfolgreichste Fußballer in der Geschichte Österreichs. Eine WM gespielt hat er noch nicht. Bevor er auch das erledigt hat, nahm sich David Alaba Zeit für ein ausführliches Interview.
KURIER: Sie sind am 27. Mai mit einem Terminator-T-Shirt zum WM-Treffpunkt des Nationalteams erschienen. War das Zufall oder war da eine Botschaft dahinter?
David Alaba: Ganz zufällig war das nicht. Die Geschichte vom Arnold kennen wir ja alle, und da wir jetzt auch hier in Amerika sind, hat das ganz gut zum Thema gepasst.
Das Thema war also der amerikanische Traum und nicht die persönliche Botschaft: „I’ll be back“?
Genau. Ich habe sein Buch gelesen. Sein Weg ist eine Inspiration. Und da wir uns als Team einen Traum erfüllt haben, indem wir jetzt hier in Amerika diese WM spielen, war das passend.
Haben Sie Arnold Schwarzenegger schon einmal persönlich getroffen?
Nein. Aber es gab Gespräche über Ecken, weil wir gemeinsame Bekannte haben. Ich war privat und beruflich schon öfter in Los Angeles und hatte mehrmals mit Leuten aus seinem Umfeld zu tun.
Nachdem er in Los Angeles wohnt, könnten Sie ihn ja einladen, beim Nationalteam vorbeizuschauen.
Das hab’ ich mir noch gar nicht überlegt. Ich ruf’ mal bei seinen Leuten durch.
Wie sieht Ihr Alltag hier aus, wenn das Training vorbei ist?
Unterschiedlich. Der Fokus liegt schon darauf, das Training nachzubereiten. Mit Physiotherapie, mit Ausruhen und dem ganzen Drumherum, was ein Athlet braucht. Aber ich versuche, meinen Alltag schon auch so zu gestalten, dass eine gewisse Lockerheit bleibt.
Gibt es etwas, das Sie vermissen?
Bis jetzt nicht. Ich habe meine Familie da und die Jungs aus der Mannschaft. Viel besser geht es nicht. Der ÖFB hat ein sehr schönes Fleckerl ausgesucht. Jetzt vermissen wir nur noch die Spiele.
Gibt es schon einen Running Gag innerhalb der Mannschaft?
Explizit nicht. Aber bei uns gibt es jeden Tag irgendetwas zu lachen.
Man hört, dass der Schmäh rennt und die Teamspieler einander ständig auf den Arm nehmen. Sind Sie schon in einen Fettnapf getreten?
Nein. Wir haben Leute, denen das eher passiert als mir. Ich bin keiner, der oft in Fettnäpfen tritt.
Wie lässt sich das vermeiden?
Indem du derjenige bist, der die anderen erwischt. Dafür habe ich ein Talent.
Sie haben offenbar auch ein Talent für Menschenführung. Toni Kroos hat zu ihrem Abschied von Real Madrid geschrieben, er hätte in seiner ganzen Karriere keinen Spieler erlebt, der eine Kabine so zusammenhalten kann wie Sie. Wie halten Sie denn die Kabine zusammen?
Die Worte von Toni haben mich sehr berührt. Ohne das zu lesen, hätte ich das selbst gar nicht so wahrgenommen. Das ist nichts, was ich versuche, zu gestalten oder zu forcieren. Ich versuche einfach immer, ich selbst zu sein. Das hört sich einfach an, aber vielleicht liegt das in meinem Naturell.
Sind Sie jemand, der sehr schnell das Gespräch sucht, wenn Sie merken, zwischen zwei Kollegen gibt es dicke Luft?
Auch. Speziell hier beim Nationalteam ist das aber auch meine …read more
Source:: Kurier.at – Sport



