
In Wien liefert die Österreichische Post Pakete und Briefe ab sofort nur noch per E-Fahrzeug oder mittels der Muskelkraft ihrer Zusteller aus. Damit wird die Bundeshauptstadt zur größten Metropole Europas, in der die Postzustellung auf der letzten Meile vollständig CO₂-frei abläuft.
Mehr als 32 Millionen Euro hat die Post in den Umstieg auf E-Fahrzeuge und in Ladeinfrastruktur investiert. 2011 startete das Unternehmen im Pilotbetrieb, seit 2023 lief der großflächige Umstieg. Mittlerweile sind in Wien rund 1.000 Fahrzeuge im Einsatz, 1.300 Zusteller liefern Pakete und Briefe per E-Auto, -Moped, -Transporter oder zu Fuß aus. Die CO₂-Ersparnis liege laut Post bei 2.300 Tonnen.
E-Fahrzeuge kommen der Post günstiger als Verbrenner
Für Walter Oblin „ein klarer Beweis dafür, dass Klimaschutz und wirtschaftlich effiziente Zustellung im großen Maßstab zusammenpassen“. Denn die Fahrzeuge sind nicht nur nachhaltiger, sondern seien auch über den gesamten Lebenszyklus günstiger als Verbrenner, erzählt der Post-Chef dem KURIER. Das liege etwa am fehlenden Getriebe, das sonst wegen der starken Belastung beim Verbrenner höhere Instandhaltungskosten verursache.
Den für die E-Fahrzeuge benötigten Strom produziere die Post laut eigenen Angaben großteils selbst. So betreibt das Unternehmen in Wien und Hagenbrunn (NÖ) an drei Standorten Photovoltaikanlagen. Darüber hinaus werde österreichischer Ökostrom zugekauft.
Den offiziellen Startschuss feierte die Post gemeinsam mit Stargast Arnold Schwarzenegger, Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und dem Wiener Stadtrat Jürgen Czernohorszky am Wiener Heldenplatz. Schwarzenegger, der anlässlich der von ihm initiierten Klimakonferenz Austrian World Summit in der Stadt ist, freut sich mit der Post.
Als Nächstes soll die CO₂-freie Zustellung österreichweit kommen
„E-Mobilität ist weltweit ein entscheidender Zukunftspfad, und jede Investition in diesem Bereich ist sinnvoll“, so der Ex-Gouverneur von Kalifornien. Hattmannsdorfer spricht angesichts der Investitionen von „wirtschaftlicher Vernunft, die den Standort stärkt“. Auch das nächste Ziel der Post steht bereits fest: Bis 2030 soll die gesamte Zustellung in Österreich auf der letzten Meile rein elektrisch oder zu Fuß stattfinden.
Im Schwerverkehr, also der Verbindung zwischen Logistikzentrum und Zustellbasis, setzt die Post seit zwei Jahren auf den erneuerbaren Dieselkraftstoff HVO. Auch dort setze sich Elektromobilität langsam durch, die Entwicklung werde aber noch mehrere Jahre dauern, so Oblins Einschätzung. Aktuell haben nur sechs von 150 Groß-LKW der Post einen Elektroantrieb.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



