
Trotz eines strikten Sparkurses wird das Budgetdefizit nach einer aktuellen Prognose der Wirtschaftsforscher Wifo und IHS in den Jahren 2026 und 2027 nur geringfügig kleiner. Für heuer prognostizieren beide Institute ein gesamtstaatliches Defizit von 4 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), für das kommende Jahr 3,7 Prozent.
Damit bleibt Österreich deutlich über den von der EU erlaubten drei Prozent. Finanzminister Markus Marterbauer (SPÖ) peilt diese Zielmarke 2028 an.
Geringere Förderungen im Umweltbereich sowie die nur teilweise Inflationsanpassung öffentlicher Gehälter und Pensionen würden die „Ausgabendynamik dämpfen“, schreibt das Institut für Höhere Studien (IHS) in seiner Prognose.
Außerdem tragen laut Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) Maßnahmen wie die Verlängerung der erhöhten Stabilitätsabgabe sowie die Paketabgabe zur Verbesserung der Budgetlage bei.
Dem gegenüber stünden allerdings ein Anstieg der Zinslast und eine steigende Staatsschuld, erklärten die Wifo-Ökonomen. Außerdem erhöhen laut IHS die österreichischen Beiträge zum EU-Haushalt den Druck auf die Staatskassen, die „gedämpfte konjunkturelle Dynamik“ bremse ebenso. Mittelfristig würde es nicht gelingen, „die Ausgabenquote deutlich zu senken und so mehr Spielraum für Finanzpolitik zu schaffen“, so das IHS.
Staatsschulden steigen
2028 will die Bundesregierung bei 3,0 Prozent und damit exakt im erlaubten Rahmen der Europäischen Union landen und damit das eingeleitete Defizitverfahren beenden. Bereits nach der Präsentation des Doppelbudgets 2027/28 Anfang Juni äußerten Wifo, IHS, der Fiskalrat und die Oesterreichische Nationalbank (OeNB) Zweifel daran, dass die von Marterbauer präsentierten Sparmaßnahmen ausreichen werden.
Während IHS mit einem Budgetdefizit 2028 in Höhe von 3,2 oder 3,3 Prozent des BIP rechnet, prognostiziert die OeNB gar einen Wert von 3,8 Prozent.
Zudem dürfte die Staatsverschuldung weiter zunehmen. Laut IHS stieg die Schuldenquote im vergangenen Jahr auf 81,3 Prozent und soll 2026 bei 83,1 Prozent liegen, 2027 dann bei 84,3 Prozent.
Auch das Wifo geht 2027 von einer Schuldenquote von knapp 84 Prozent aus.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



