ORF-Sparkurs erreicht ORFIII: Einschnitte bei Programm und Struktur

Kultur

Dass die Budgetkürzungen der Bundesregierung beim ORF von jährlich mehr als 90 Millionen das Publikum merken wird, hat bereits ORF-Generaldirektorin Ingrid Thurnher angekündigt. Denn die kommen oben drauf – schon zuvor stand fest, dass der Öffentlich-Rechtliche allein 2027 wieder gut 50 Millionen zu verdauen haben würde.

Wie der KURIER berichtete, muss nun allein die TV-Programm-Direktion etwa 50 Millionen streichen. Das entspricht in etwa 20 Prozent des Gesamtbudgets. Hier wird vor allem die Unterhaltung bluten. Stichwort: Aus für die Vorabend-Quizsendungen. 

Weitere Einschnitte beim Budget

Am Freitag hat Thurnher Sparvorgaben für 2027 an weitere Bereiche im ORF ausgegeben. Darunter befindet sich auch ORFIII. 

Hier soll es sich um sieben Millionen handeln. Das Gesamtbudget des Kultur- und Info-Spartensenders bewegt sich derzeit bei etwa 30 Millionen, das Programmbudget bei 15 Millionen. Wie die Einsparungen umgesetzt werden, ist noch nicht fixiert.

Keine Sparvorgaben für die Kultur gibt es übrigens bei den TV-Hauptsendern. In Summe gibt der ORF derzeit 120 Millionen für den Kulturbereich aus.

ORFIII soll in multimedialen Kultur-Cluster aufgehen

ORFIII gilt als Kandidat für die strukturelle Integration in einem zu schaffenden multimedialen Cluster. Was es ihn in anderen Bereichen, etwa der Information, Wissen oder Religion schon gibt, soll auch in der Kultur umgesetzt werden. 2027 wäre demnach ein Übergangsjahr, vorausgesetzt, der neue ORF-Generaldirektor Clemens Pig hält an diesem Plan fest. 

Der neue Kultur-Cluster soll künftig auch ORFIII bespielen. Verhindert werden sollen so u. a. teure Doppelgleisigkeiten beim Programm oder bei der Beschickung von z. B. Kultur-Events. 

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Befürchtet wird nun aber, es könnten etwa ORFIII-Übertragungen aus den Bundesländern für den Kultursommer unter die Räder kommen, wie es im Sender-Umfeld heißt. Gar von einem drohenden „Kahlschlag“ ist die Rede – dem unter Verweis auf das stabile Kultur-Budget bei den Hauptsendern am Küniglberg widersprochen wird. 

Man erwarte durch weniger Reibungsverluste, bessere Planung und zielgerichtete Ausspielung von ohnehin produzierten Inhalten auch einen Mehrwert fürs TV-Publikum, heißt es dort. Dass es aber Änderungen im Programmschema geben wird, liegt auf der Hand und wurde am Montag von ORF-Chefin Ingrid Thurnher der Belegschaft mitgeteilt.

ORFIII-Chefs als Top-Verdiener 

Betroffen vom Sparkurs sind wohl auch Teile der etwa 70 Personen umfassenden ORFIII-Mannschaft und jedenfalls die Führungsriege, die zu den Top-Verdienern im ORF gehören. Derzeit ist ORFIII eine eigene Gesellschaft. Sie wird geführt vom viel diskutierten Programmgeschäftsführer Peter Schöber sowie Kathrin Zierhut-Kunz, die sich für die Generaldirektion beworben hat und das auch für die derzeit ausgeschriebene Kaufmännische Direktion plant. 

Bei Zierhut-Kunz läuft der GF-Vertrag heuer aus, sie kehrt aber in ihren aus der Ära Wrabetz stammenden Vertrag zurück. Sie war damals ORF-Personalchefin. Bei Schöber läuft der GF-Vertrag noch bis Ende 2027 – auch bei ihm gibt ein Verbleibe-Recht, so die laufenden Compliance-Untersuchungen nicht ein grobes Fehlverhalten ergeben.

Als erstes betroffen ist aber Peter Fässlacher. Der Vertrag des Kultur-Programmchefs bei ORFIII wird nicht mehr verlängert. Chefredakteurin Lou Lorenz-Dittelbacher übernimmt bis auf Weiteres auch dessen Agenden. 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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