Vorwurf des Datenmissbrauchs: Gianni Infantino offenbar unbekümmert

Sport

Auch am Tag nach dem Halbfinale zwischen Frankreich und Spanien (0:2) reißen die negativen Schlagzeilen rund um die Weltmeisterschaft nicht ab. Einmal mehr im Fokus: FIFA-Chef Gianni Infantino, der US-Präsident Donald Trump und dessen Gefolgsleuten offenbar tatenlos freie Hand gewährt.

Einem Bericht der FAZ zufolge soll es bei Veranstaltungen der Organisation „Freedom 250“ zu systematischem Missbrauch von Fan-Daten gekommen sein. Die Initiative wurde von Trump anlässlich des 250. Gründungsjubiläums der Vereinigten Staaten ins Leben gerufen. Für die Registrierung und Verwaltung der Fan-Daten bei den Events der Organisation zeichnet die Firma Campaign Nucleus verantwortlich.

Infantino beim IOC auf dem Zettel

Das Problem dabei: Gründer des Unternehmens ist Brad Parscale, Trumps ehemaliger Digitalstratege. Während sich Campaign Nucleus als „Plattform zur Verwaltung von gemeinnützigen Organisationen, Verbänden und politischen Kampagnen“ beschreibt, legt der FAZ-Bericht nahe, dass die Firma mit unter die gesammelten Fan-Daten gezielt für Wahlkampfzwecke – im November stehen die Mid-Terms an, die Trump um jeden Preis gewinnen möchte – missbraucht.

Dass FIFA-Präsident Infantino eine enge politische Freundschaft mit Trump pflegt, ist kein Geheimnis. Da er sich zu den schwerwiegenden Vorwürfen des Datenmissbrauchs bislang beharrlich ausschweigt, muss sich der Schweizer nun wohl bald vor dem Internationalen Olympischen Komitee (IOC) rechtfertigen.

Nick McGeehan, Gründer der Menschenrechtsorganisation Fair Square, hat dort bereits eine offizielle Beschwerde eingereicht. Laut McGeehan habe Infantino mit seiner Parteinahme gegen die Pflicht zur politischen Neutralität des IOC verstoßen. Das IOC ist dabei nicht die einzige Instanz, die den FIFA-Präsidenten im Visier hat: Auch die FIFA-eigene Ethikkommission muss sich aufgrund politischer Entgleisungen bereits mit ihrem Chef befassen.

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Dass Infantino die Nähe zu Trump sucht, zeichnete sich schon länger ab. Bereits im Vorfeld des Turniers ließ er es sich nicht nehmen, am 27. Mai einen umstrittenen Instagram-Beitrag zu veröffentlichen: „Die FIFA-Fanzone in Washington, D.C. ist das Ergebnis einer außergewöhnlichen Partnerschaft mit ‚Freedom 250‘, die den globalen Geist der FIFA-Weltmeisterschaft 2026 widerspiegelt“, schrieb er damals.

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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