
Neun von zehn Unternehmen haben nach eigenen Angaben aktuell Schwierigkeiten, geeignetes Personal zu finden. Insbesondere zeigt sich trotz höherer Arbeitslosigkeit weiterhin eine Kluft zwischen gesuchten Fachkräften und verfügbarem Personal.
Dieses „Mismatch“, über das Firmen bereits länger klagen, würde sich tendenziell sogar zuspitzen, zeigt eine Umfrage des KSV1870 (Kreditschutzverband). Laut den Gläubigerschützern will ein Gutteil der Unternehmen ihre Mitarbeitenden jedenfalls halten.
Mangel an Arbeitskräften: „Kein kurzfristiges Phänomen“
Laut dem „Business Check“ des KSV1870, für den im März rund 1.100 Unternehmen befragt wurden, gaben 64 Prozent an, dass sich die Mitarbeitersuche unverändert schwierig gestalte. 24 Prozent berichteten, dass die Lage herausfordernder geworden sei. Eine Verbesserung erkannten im Jahresvergleich nur rund 8 Prozent.
„Der Mangel an Arbeitskräften ist kein kurzfristiges Phänomen, sondern vielmehr ein strukturelles Problem, das auch dem demografischen Wandel geschuldet ist. Gleichzeitig gibt es viele Menschen, die Arbeit suchen, jedoch fehlen häufig die notwendigen Qualifikationen – auch in Anbetracht sich verändernder Berufsbilder. Diese Diskrepanz bremst Betriebe, erschwert ihre Entwicklung und kostet Wachstumspotenziale“, analysiert KSV1870-Geschäftsführer Ricardo-José Vybiral.
Mangel, trotzdem Jobabbau
Wie weiter aus der Umfrage hervorgeht, wollen 57 Prozent der Unternehmen ihre Mitarbeiterzahl im laufenden Jahr unverändert lassen, während weitere 12 Prozent einen Personalabbau in Erwägung ziehen. Im Gegensatz dazu rechnen österreichweit lediglich 13 Prozent der Betriebe mit einem Personalaufbau, während die Entwicklung bei den restlichen 18 Prozent von der wirtschaftlichen Lage im Jahresverlauf abhängt.
Was geplanten Personalabbau betrifft, ist Wien mit 16 Prozent sowie nach Branchen vor allem die Gastronomie und Hotellerie mit 18 Prozent stark betroffen, obwohl hier Arbeitskräftemangel herrsche.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



