
Hurra, die Gams! Heißt es am Samstag zumindest für den Sieger der bereits 82. Auflage in Kitzbühel.
Tradition verpflichtet. Das Turnier erschlägt die Spieler zwar gegenwärtig nicht mit Geld und Punkten, dennoch zählen die Generali Open nicht nur aufgrund ihrer stolzen Vergangenheit zu den Saison-Highlights.
Trotz der Höhenlage waren sie fast alle da, Pete Sampras beispielsweise kam nicht nur, sondern gewann 1992 auch. Boris Becker kam 1985 als frischgebackener Wimbledonsieger und kehrte 1990 wieder, Rekordchamp ist der Argentinier Guillermo Vilas mit vier Gamsabholungen. Durch Thomas Muster (1993) und Dominic Thiem (2019) gab es auch zwei Heimsiege. „Das war ein absoluter Kindheitstraum, hier zu gewinnen, und ist ein emotionaler Fixpunkt meiner Karriere“, erinnert sich der Niederösterreicher.
Faktor Thiem
„Mit ihm ist das Turnier gewachsen, das hält bis heute. Wir sind fast jeden Tag ausverkauft. Am Dienstag waren 5.500 Fans da. Auch wir merken, dass seit Corona Tennis als einer der wenigen Sportarten Zuwächse hat“, sagt Alexander Antonitsch, seit 2011 Turnierdirektor der Generali Open. Das Turnier ist sowohl bei Fans als auch bei Spielern beliebt.
„Es sind enorm viele aktive Tennisspieler da“, sagt der Kärntner, der damit Hobbyspieler meint. „Am Kids Day waren 1.200 Kinder auf der Anlage. Es fühlen sich alle wohl, es ist Ferienzeit, das Ambiente ist toll“, sagt Antonitsch, der sich auch über eine große Beliebtheit bei den Spielern freut. 2025 wurde das Turnier mit dem „Standard of Excellence“-Award 2025 ausgezeichnet. „Diese Auszeichnung von den Spielern erhielten nur drei Turniere“, erklärt Antonitsch, der hier als Serve-and-Volley-Spezialist selbst nie zu den Sieganwärtern zählte.
Jürgen Melzer erinnert sich gar nicht gerne an seine Anfänge in Kitzbühel. „Die ersten acht Mal habe ich hier fürchterlich gespielt, zweimal wurde ich auch gnadenlos ausgepfiffen. Und das völlig zu Recht.“ Erst nach und nach kam er mit der Höhenlage (762 Meter) zurecht. „Ich brauchte Zeit, mich hier umzustellen. Aber dann spielte ich gute Partien hier, das Ambiente ist toll.“
Der Niederösterreicher Lucas Miedler hat hier schon zweimal im Doppel gewonnen. „Aufgrund der Nähe ziehe ich Wien gegenüber Kitzbühel leicht vor, dennoch macht es immer enormen Spaß, hier zu spielen.“
Hans Kary ist einer der Pioniere im österreichischen Tennis. Der 77-Jährige findet ein Wort, was den Charme damals ausmachte: „Heimelig.“ Alles sei familiärer gewesen. „Es waren die besten Spieler der Welt hier und die haben auch gemeinsam viel unternommen am Abend“, erinnert sich der ehemalige Davis-Cup-Kapitän.
Lange Nächte
„Wenn es in der Nacht regnete, dachten wir, dass wir nächsten Tag nicht spielen müssen, und sind eben länger unterwegs gewesen. Leider gab es einen sehr guten Platzwart, und in der Früh war der Court trocken.“
Auch die Prominenz ging damals schon ein und aus. „Toni Sailer hat sich verkleidet, dass er nicht erkannt wird. Und Hansi Hinterseer war Ballbub.“ Einen Unterschied zu damals skizziert ein ehemaliger Geschäftsführer des Turniers: „Damals kassierten manche ein Startgeld, das höher war als die Siegerprämie.“
Und selbst Österreichs beste Spielerin der Geschichte (Nummer 7 der Welt) hat ihre eigene Geschichte in Kitzbühel. Die Frauen feierten heuer ihr Comeback nach 33 Jahren. „Ich bin froh, dass dieses Turnier zurückgekehrt ist“, sagt die Tirolerin Barbara Schett. …read more
Source:: Kurier.at – Sport



