Greinburg im Strudengau: Wenn Johann Sebastian Bach auf die KI trifft

Kultur

Von: Markus Rohrhofer

Johann Sebastian Bach hat keine Oper geschrieben. Trotzdem ist das Schloss Greinburg in Grein jetzt Schauplatz einer Art „Bach-Oper“. Im Rahmen des Festivals für Alte Musik und neue Begegnungen entwickelten Intendant Johannes Hiemetsberger und sein Team das Bühnenwerk „Sophia – der Preis der Freiheit“. Bachs Kompositionen verbunden mit der Thematik KI. Zwei intensive Theaterstunden im Schlosshof, in denen aber auch die Grenzen eines solchen musikalischen Experiments deutlich wurden.

Zum Inhalt: Vor einer Gruppe von Investoren wird „Sophia“ präsentiert, eine neu entwickelte KI-Variante, die auf jede Frage die optimale Antwort weiß. Als allerdings die unbedarfte Kellnerin Leila die Frage stellt, was mit ihrer schwerbehinderten, unheilbar kranken Tochter geschehen soll, antwortet Sophia erschreckend „rational:“ Terminierung, weil keine Besserung der Situation zu erwarten ist. Was folgt, ist die Auseinandersetzung zwischen der „Logik“ der KI und Leilas ethisch-menschliche Sicht.

Die Inszenierung von Manuela Kloibmüller, getragen von der Musik Bachs, präzise und einfühlsam wiedergeben durch den Chor der Company of Music, ist stimmig. Die kompositorische Einrichtung von Saskia Bladt und das L’Orfeo Brucknerorchester werden dem Anspruch gerecht. In den Rahmen passend die Bühnengestaltung und die Kostüme von Isabella Reder.

Mit dem Libretto hatte man den Historiker und Autor Philipp Blom beauftragt. Er stand, wie das Ergebnis zeigt, vor einer nur schwer lösbaren Aufgabe: die Sprache in die vorgegebene Musik einzufügen, die eben nicht für die Bühne geschaffen wurde. Vor allem aber galt es für Blom, die komplexe Thematik und die Folgen der KI in den Texten für Chor und Rezitative umzusetzen. Der Inhalt musste fast notgedrungen an der Oberfläche bleiben, manches geriet platt und erschöpfte sich in Allgemeinplätzen. Tröstlich, dass Leila am Schluss den Versuchungen der Investoren und des Geldes durch „Sophia“ zugunsten der Freiheit und der Menschlichkeit widersteht.

  Von künstlerischer und künstlicher Intelligenz

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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