
Es wäre nichts weniger als die größte Übernahme aller Zeiten. Ob sie tatsächlich stattfindet, wird sich zeigen. Einem Artikel der Financial Times zufolge haben der britische Pharmakonzern AstraZeneca und der US-Konkurrent Bristol Myers Squibb Insidern zufolge Gespräche über einen möglichen Zusammenschluss geführt. Mit diesem entstünde einer der weltweit größten Pharmakonzerne mit einem gemeinsamen Börsenwert von knapp 400 Milliarden Dollar (rund 345 Milliarden Euro).
Am Montag gab es zunächst keine Stellungnahme der beiden Pharmakonzerne zu dem Bericht, an der Börse sorgte das Gerücht aber für Aufregung. Die Papiere von Bristol Myers legten um 4 Prozent zu, während AstraZeneca an der Londoner Börse mehr als 6 Prozent verlor.
„FIFA-Moment“
Mit der Übernahme würde AstraZeneca, ein führender Anbieter von Krebsmedikamenten, zu einem der weltgrößten Arzneimittelhersteller aufsteigen, was Analysten und Investoren aber kritisch sehen. „Ein Merger von AstraZeneca mit Bristol Myers Squibb macht weder strategisch noch finanziell Sinn“, sagte etwa Markus Manns, Portfoliomanager beim Aktionär Union Investment. „Falls die Fusionsgerüchte wahr sind, wäre dies der FIFA-Privatisierungsmoment der Pharmabranche.“ Es handle sich um einen schlecht durchdachten Vorschlag, der bei vielen Marktteilnehmern auf Unverständnis stoße.
2014 konnte AstraZeneca einen Übernahmeversuch vom US-Konkurrenten Pfizer abwehren. Die britische Regierung hatte eingegriffen, da sie den Verlust eines wichtigen britischen Unternehmens befürchtete. Dasselbe könnte sich nun die US-Regierung unter Präsident Trump denken und sich gegen eine Fusion stemmen. Hinzu kommen kartellrechtliche Hürden. Beide Konzerne erzielen einen erheblichen Teil ihrer Umsätze mit Krebsmedikamenten, von denen einige direkt miteinander konkurrieren.
Source:: Kurier.at – Wirtschaft



