Neos-Vorstoß: Endlich überall auch am Sonntag einkaufen dürfen

Politik

In Wien dürfen an einem Sonntag in Souvenir-Shops Mannerschnitten und Mozartkugeln verkauft werden, die meisten Supermärkte müssen aber zu bleiben. Im Wintersport-Ort Schladming (Steiermark) kann man an Sonntagen im Winter im Supermarkt einkaufen, nicht aber im Sommer. Am Kärntner Millstätter See ist es genau umgekehrt. Dort müssen die Nahversorger an den Sonntagen im Winter zu bleiben. 

Die Beispiele zeigen: Das Thema Sonntagsöffnung ist in Österreich im EU-Vergleich nicht nur sehr restriktiv, sondern auch sehr unübersichtlich geregelt. 

Die Neos machen nun einen erneuten Vorstoß in Richtung einer liberaleren Regelung, wie sie in den meisten EU-Ländern schon üblich ist. „Denn die jetzige Situation verstehen weder Konsumenten noch Touristen noch Unternehmen“, sagt Wirtschaftssprecher Markus Hofer. Sie führe zudem zu Milliarden an Umsatz-Entgängen, womit auch enorme Steuereinnahmen verloren gingen. 

Die Neos pochen nun darauf, dass – wie bei den Regierungsverhandlungen vereinbart – Selbstbedienungsläden an Sonn- und Feiertagen aufsperren dürfen. Zudem sollen Geschäfte ohne angestellte Mitarbeiter aus dem Öffnungszeitengesetz ausgenommen werden. All das soll bundesweit einheitlich geregelt werden, damit der bestehende Fleckerlteppich beseitigt wird. 

Beispiel Wien

Zankapfel ist die Sonntagsöffnung immer in Wien, wo es im Gegensatz zu anderen Bundesländern nicht einmal Tourismuszonen mit Sonntagsöffnung gibt. Laut einer Umfrage der Johannes-Kepler-Universität würden aber 63 Prozent der Befragten in Wien sonntags einkaufen, gäbe es eine Möglichkeit dazu, rechnet Markus Ornig von den Wiener Neos vor. 

Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) würde laut Ornig auf die wenig erfolgreichen Pilotversuche während der EURO 2008 verweisen. „Diese waren aber halbherzig, außerdem hat sich die Welt seitdem massiv verändert. Der Online-Handel hat massiv zugenommen, andererseits haben wir ein Leerstand-Problem.“

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Dass Bedarf gegeben sei, zeige laut Ornig das Beispiel der Billa-Filiale am Wiener Bahnhof Praterstern. Er wird jeden Sonntag überrannt und ist mittlerweile der bestgehende Supermarkt Österreichs. 

SPÖ strikt dagegen

Viel Bewegung ist aber trotz pinker Regierungsbeteiligung in Wien wie auf Bundesebene aber nicht zu erwarten. Von der SPÖ kommt prompt eine Absage. „Ein freier Sonntag erhöht die Lebensqualität enorm, weil er Zeit für Erholung und gemeinsame Zeit mit der Familie ermöglicht. Der arbeitsfreie Sonntag stellt sicher, dass es einen Tag in der Woche gibt, an dem alle Familienmitglieder Zeit füreinander haben“, sagt Bundesgeschäftsführer Klaus Seltenheim.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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