Das Unterhaus ist zurück: Endlich wieder ehrlicher Fußball

Sport

Von Fabio Tartarotti 

Der Amateurfußball ist aus der Sommerpause zurück. In den Regionalligen wird bereits seit letzter Woche gekickt, und auch im Rest des österreichischen Fußball-Unterhauses wird über die kommenden Wochen der Spielbetrieb wieder hochgefahren.
Beim Besuch der RLO-Partie FavAC – SC Wiener Viktoria wurde dem Autor dieser Zeilen ins Bewusstsein gerufen, wie sich richtiger Fußball anfühlt und was die Großveranstaltung im Sommer zu wünschen übrig gelassen hat. 

Die WM 2026 stand bei Fans und Medien so stark in der Kritik wie kein zweites Turnier der jüngsten Vergangenheit. Augenscheinliche Korruption, politische Einflussnahme und Viertelpausen weckten beim geneigten Zuseher Sehnsucht nach ehrlichem Fußball in seiner Reinform, so, wie er im Unterhaus gespielt, ge- und erlebt wird.
Während sich in den VIP-Logen der WM-Stadien Staatschefs und Oligarchen die Klinke in die Hand geben und Milliardendeals vorbereiten, granteln in der Vereinskantine des Drittligisten Zeugwarte und freischaffende Sportjournalisten bei einer Schnitzelsemmel gemeinsam über Öffisperren. So wie es sich gehört. Statt Hollywood-Stars, deren Fußball-Fachwissen nicht über die Namen Messi und Pelé hinausreicht, trifft man an der Kennerroad auf den lokalen Fanclub, pensionierte Herrenrunden und Kinder aus der Nachbarschaft – sie alle können sich den Eintritt hier noch leisten. 

Auch der Fußball, der einem auf dem Kunstrasen präsentiert wird, ist, wenngleich qualitativ ein gewisser Aufholbedarf zum WM-Niveau besteht, noch ein ehrlicher. Es gibt keinen Superstarbonus, wenn der Schiedsrichter nicht einmal die Kapitäne beim Nachnamen kennt und Blutgrätschen sind kein taktisches Mittel um spielerisch überlegene Mannschaften zu zermürben, sondern ein Selbstzweck. Die Debatte um den VAR ergibt sich gar nicht erst. Bei Spielen der 5. Klasse und abwärts ist ein zweiter Linienrichter als Luxus-Investition zu verstehen. Die mittlerweile etablierten Trinkpausen wurden, trotz vergleichsweise frostigen 26 Grad durchgezogen, auf einen Werbeblock wurde verzichtet. Als sportliches Highlight wird der 1:0-Heimsieg des FavAC nicht zwingend in die Geschichte eingehen aber die Werte, die das Event „Fußballmatch“ im Kern ausmachen: unverfälschte Liebe zum Sport, Schmäh und Gemeinschaft, waren nach einer langen Sommerpause endlich wieder spürbar und lebendig.

  Bundesliga live: So steht's bei Austria vs. LASK

…read more

Source:: Kurier.at – Sport

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.