Neue Attacken auf Babler: Können Doskozil und Co. den SPÖ-Chef stürzen?

Politik

In Zeiten wie diesen hätte sich Andreas Babler gerade von dieser Seite wohl eine etwas beherztere Solidaritätsbotschaft erwartet. Gefragt, ob der SPÖ-Chef angesichts der verheerenden Umfragewerte das Feld räumen müsse, meinte AK-Präsidentin Renate Anderl am Samstag im Ö1-Journal aber nur knapp: „Das sind Themen, die ich gerne in Gremien besprechen werde.“

Auch wenn sie gleichzeitig an die Geschlossenheit der Partei appellierte, waren dies bemerkenswert kühle Worte einer roten Spitzenfunktionärin, die ursprünglich aus der Gewerkschaft stammt – jenem Machtblock innerhalb der SPÖ also, der 2023 gemeinsam mit der Wiener SPÖ maßgeblich an Bablers Kür zum Parteichef beteiligt war.

Drei Jahre später darf dieser sich zwar Vizekanzler nennen, laut Umfragen ist seine Partei mittlerweile aber auf 16 Prozent abgerutscht. Kein Wunder, dass zuletzt die altbekannten Babler-Kritiker nach einer Phase relativer Ruhe wieder äußerst aktiv wurden.

Allen voran Burgenlands Landeshauptmann Hans Peter Doskozil, der seine ersten Interviews nach der Entfernung seines Kehlkopfs nützte, um Babler offen den Rücktritt nahezulegen. Doskozil zur Seite sprang Kärntens Landeshauptmann Daniel Fellner, der ebenfalls kein gutes Haar an der Performance der Bundespartei lässt.

Stürzt Babler?

Doch wie sehr muss sich Babler vor den zuletzt wieder stärker werdenden Attacken aus den eigenen Reihen fürchten? Droht gar ein Sturz des Parteichefs – wenige Monate, nachdem seine Gegner erfolglos versucht hatten, ihn durch Ex-Kanzler Christian Kern auszutauschen?

Wenn es rein um die Unterstützung der Parteichefs aus den Bundesländern geht, ist es tatsächlich sehr einsam um Babler geworden. Neben Doskozil und Fellner stellen sich auch jene aus NÖ, Salzburg, der Steiermark und Vorarlberg mehr oder weniger offen gegen ihn.

  Zeitweise 80.000 Migranten in Ceuta, Todeszahlen steigen auf 83

Klassenkampf

Wobei sich die Kräfteverhältnisse seit Bablers Kür 2023 gar nicht so stark verschoben haben. Viele der Genannten waren schon damals gegen ihn. Sie fühlen sich jetzt bestätigt. „Die Umfragen sprechen für sich. Jeder weiß, was jetzt zu tun ist“, formuliert es ein Funktionär aus dem Lager der Babler-Gegner. „Wir haben immer schon gewusst, dass er nicht funktioniert: Klassenkampf-Rhetorik interessiert heute keinen mehr.“

Andere, die ohnehin immer gegen den Eintritt der SPÖ in die Dreierkoalition waren, ziehen eine verheerende Zwischenbilanz: „Was hat die SPÖ darin erreicht, außer dass Herbert Kickl als Kanzler verhindert wurde? Die angeblichen Erfolge wie Mietpreis- oder Spritpreisbremse sind schlichtweg lächerlich. All das um den Preis, dass der SPÖ ein Absturz wie der SPD droht. Wenn Babler nur ein bisschen Anstand hätte, würde er jetzt zurücktreten.“

In der Bundespartei will man die derzeitige Situation gar nicht schönreden. Wobei man naturgemäß weniger Babler als den äußeren Umständen die Verantwortung dafür zuschiebt: „Dass uns die Regierungsbeteiligung unter diesen Vorzeichen nicht sehr viel nützen wird, ist keine Überraschung“, formuliert es ein Funktionär.

Was er dem Anti-Babler-Lager vorhält: „Was ist der konkrete Plan, wie es nach einem Austausch Bablers weitergehen könnte? Setzt man die Koalition fort oder verlässt man sie? Würde sich Letzteres positiv für die SPÖ auswirken?“ Und wer soll die Person sein, die gegen Babler in den Ring steigt?

Bei den Babler-Gegnern erhält man kaum Antworten auf diese Fragen. „Es liegt auch nicht an uns, das Problem zu lösen“, sagt ein Funktionär. „Vielmehr müssten das jene tun, die Babler zum Vorsitzenden gemacht haben. Also …read more

Source:: Kurier.at – Politik

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.