Ein Wiener spielt vor 100.000 Fans: „Musste mir Tutorials auf Tiktok anschauen“

Sport

Von Daniel Hahofer aus Knoxville
Wie viele andere österreichische Sportler auch, wagte Luca Wolf den Schritt in die Vereinigten Staaten. Nirgendwo sind die Ressourcen so groß wie in der US-amerikanischen College-Sportlandschaft. Doch anders als die meisten wird Wolf Anfang September vor mehr als 100.000 in Orange gekleideten Football-Fanatikern debütieren.

Vor drei Jahren hatte der heute 19-jährige Wiener noch keine Berührungspunkte mit dem ungewöhnlich geformten Leder. Im Sommer 2023 stand der 1,95 m große Wolf nämlich für die österreichische U16-Basketball-Nationalmannschaft bei der Europameisterschaft in Rumänien auf dem Parkett. Auf eine starke Leistung beim Turnier folgte das erste Auslandsengagement für den damals 16-Jährigen an einer High School im US-Bundesstaat Maryland.

Aggressiv unter dem Korb

Unter dem Korb war der ehemalige Vienna Timberwolf vor allem für seine Aggressivität und Athletik bekannt – Qualitäten, die auch beim Football-Trainerstab an Wolfs High School Anklang fanden. Nach seiner Rückkehr in die Heimat riskierte Wolf schließlich den Umstieg vom Basketball zum Football.

Rat und Zuspruch erhielt er zu jener Zeit von Yahya Attia. Der 154 kg schwere Offensive Lineman aus Wien hatte zuvor schon den Sprung an die NFL Academy in England gewagt und landete schlussendlich im Kader der University of Colorado. Attia sah in Wolf das nötige Potenzial, einen ähnlichen Weg einzuschlagen.

Bei einem Probetraining in Düsseldorf präsentierte sich Wolf erstmals auf dem Rasen. „Ich musste mir davor Tutorials auf Tiktok anschauen“, erinnert sich dieser. Der Wiener verschaffte sich ein Stipendium für das Ausbildungsprogramm der NFL Academy, wo er sich innerhalb kürzester Zeit einen Namen machen konnte.

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„Niemand konnte ihn verteidigen“

„Kein Spieler in unserer Mannschaft konnte ihn verteidigen“, gesteht Wolfs englischer Trainer, George Reynolds, im Interview. Bereits nach einem halben Jahr in Loughborough zeigten die ersten Colleges in den USA Interesse am österreichischen Ausnahmetalent. Im Juni 2025 entschied sich Wolf für die California Golden Bears, bevor ihn eine ausgiebige Campustour der University of Tennessee wenige Monate später nach Knoxville lockte.

Hier bereitet sich Wolf als Tight End seit Anfang des Jahres auf sein erstes Semester am College vor und fühlt sich sichtlich wohl: „Ich bin dankbar, hier zu sein und mich mit den Besten der Besten messen zu können.“

Zum Saisonauftakt am 5. September treffen Wolf und die Tennessee Volunteers in Knoxvilles Neyland Stadium auf die Furman Paladins aus South Carolina – in der höchsten Spielklasse des US-Collegesports. Die College-Ligen im Football sind Basis für jeden Athleten, der es in die Profiliga NFL schaffen will.

Während sogenannte „Student-Athletes“ im ersten Semester in der Regel mit limitierter Spielzeit rechnen müssen, ist der Wiener vom Gegenteil überzeugt. In der Frühlings- und Herbstvorbereitung erarbeitete sich der „Freshman“ das Vertrauen seiner Coaches. „Ich sehe keinen Grund, warum ich nicht spielen könnte“, sagte Wolf.

Auch Tight-End-Coach Alec Abeln attestierte dem Kaderneuling in der jüngsten Pressekonferenz eine außergewöhnliche mentale und physische Reife sowie eine herausragende Arbeitsmoral: „Ich bin davon überzeugt, dass er sich die Chance erarbeitet hat, im Herbst mitwirken zu dürfen.“

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Source:: Kurier.at – Sport

      

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