
Einmal im Jahr dürfen US-Bürger ungestraft ein Verbrechen begehen – in dem dystopischen Thriller „The Purge“ seit 2013 unglaublich erfolgreich. Davon sichtlich inspiriert, leitet die wenig witzige, romantische Komödie „One Night Only“ ihre unterbelichtete Grundkonstellation ab: In einer faschistoiden Zukunft gilt für unverheiratete Menschen Sexverbot, genannt „The Mandate“ – mit einer Ausnahme: Einen Tag im Jahr dürfen alle Ledigen ungestraft übereinander herfallen. Einzige Bedingung ist die Benutzung eines Kondoms.
Die Bewohner von New York scheinen mit dieser profunden Freiheitseinschränkung kein sonderliches Problem zu haben. Wer sich also eine subversive Polit-Satire – etwa auf ein puritanisch-evangelikales Amerika – im Schafspelz der romantischen Komödie erwartet, liegt falsch. Abgesehen von ein paar „F* the Mandate“-Graffitis an der Wand, japsen alle nur begierig ihrer Sex-Nacht entgegen.
Regisseur Will Gluck lukrierte 2024 mit der Rom-com „Wo die Lüge hinfällt“ einen Hit an den Kinokassen, mit seiner jugendfreien (weil sexlosen) One-Night-Stand-Komödie landete er bislang einen Flop. An den charismatisch besetzten Hauptrollen kann es nicht liegen. Der coole Brite Callum Turner (und Ehemann der Sängerin Dua Lipa), und die talentierte Monica Barbaro (Joan Baez in „Like a Complete Unknown“) ergeben ein lässiges Duo auf dem Weg zur Paarbildung.
Gib Gummi
Überraschend verlassen von seiner Freundin, muss sich der Pizzabäcker Owen (Turner) flott einen neuen Betthasen organisieren. Ein paar Angebote finden sich schnell, allerdings fehlt ihm das Kondom. Während sich links und rechts an jeder Straßenecke die Paare abschmusen (ein auf Dauer unglaublich ermüdender Anblick), jagt Owen dem ausverkauften Gummi hinterher. Bei der Gelegenheit trifft er auf Allie (Barbaro).
Die beiden sind sich sympathisch, doch weil sich Owen spontan über Allies Schuhe übergeben muss, reißt der erotische Faden schnell. Die Sex-Jagd geht getrennt weiter. In ein paar amüsanten Slapstickszenen vor schöner New-York-Kulisse beweisen Turner und Barbaro ihr Geschick in Körperkomik, ihr Zueinanderfinden aber zieht sich bis zur Lähmung.
INFO: USA 2026. 102 Min. Von Will Gluck. Mit Callum Turner, Monica Barbaro.
Source:: Kurier.at – Kultur



