Moskau-Besuch des CIA-Chefs: Es war eine Warnung an Putin

Politik

Es sei ein „halbwegs routinemäßiger Besuch gewesen“, versuchte US-Präsident Donald Trump die überraschende Reise von CIA-Chef John Ratcliffe kleinzureden. Doch tatsächlich dürfte der Anlass des Fluges diese Woche nach Moskau einen viel ernsteren Hintergrund gehabt haben, wie das stets gut informierte Wall Street Journal in Erfahrung gebracht haben will.

Es war der erste öffentlich bekannte Besuch des Geheimdienstchefs in der russischen Hauptstadt. Und er dürfte nach jüngsten, neuen Einschätzungen der CIA erfolgt sein, wonach Russlands Präsident Wladimir Putin  in den nächsten Jahren versuchen könnte, die Entschlossenheit der NATO mit einem begrenzten Angriff auf ein verbündetes Land zu testen.

Laut Wall Street Journal befürchten US-Beamte, dass Putin, der in der Ukraine  Erfolge vermissen lässt und auch im Inland unter Druck steht, einen Angriff starten könnte, der von einem Cyberangriff bis hin zu einem kleineren Landeinsatz reichen könnte: Ziel wäre in diesem Fall ein baltischer Staat.

Putin könnte sich zudem von Meldungen ermutigt fühlen, wonach den USA und anderen NATO-Staaten allmählich die Munition ausgehe. Die USA haben ihre Bestände bestimmter Waffen aufgrund von Lieferungen an die Ukraine nach Russlands Invasion 2022 sowie des Iran-Konflikts reduziert. 

Die NATO nimmt die potenzielle Bedrohung jedenfalls sehr ernst:  Estland, Lettland, Litauen – drei kleine Länder an der NATO-Ostgrenze – würden im Ernstfall Gefahr laufen, als erste in Russlands Schusslinie zu geraten. Für dieses Szenario hat das westliche Verteidigungsbündnis offenbar bereits mehrere Verteidigungspläne ausgearbeitet. Es soll dem Vernehmen nach drei aufeinander abgestimmte Strategien geben, die Putins Truppen stoppen sollen – bevor sie tief ins Bündnisgebiet vordringen können.

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Kremlsprecher Dmitri Peskow  bestätigte gegenüber Journalisten, CIA-Chef Ratcliffe habe in der russischen Hauptstadt Gespräche mit russischen Geheimdienstmitarbeitern geführt. Mit Putin aber sei er nicht zusammengetroffen. Der Kremlherr sei über die Gespräche informiert worden, so Peskow.

Das Weiße Haus hat sich indessen kaum zu Ratcliffes Reise geäußert. Der bisher letzte bekannt gewordene Besuch eines CIA-Direktors in Moskau fand im November 2021 statt, als William Burns, der die Behörde unter dem ehemaligen Präsidenten  Joe Biden leitete , Putin vor einem Angriff auf die Ukraine warnte. Bekanntlich hat dies den russischen Präsidenten nicht abgeschreckt: Ende Februar 2022 überfiel Russland die Ukraine – seither tobt der Krieg ohne Unterlass.

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Source:: Kurier.at – Politik

      

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